Prof. Dr. Konrad Volk

Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) - Altorientalische Philologie

E-Mail: konrad.volk[at]uni-tuebingen.de

Konrad Volk ist Professor der altorientalischen Philologie und Direktor des Altorientalischen Seminars der Universität Tübingen. Des Weiteren ist er geschäftsführender Direktor des IANES (Institut für die Kulturen des Alten Orients).  Er promovierte 1986 in Assyriologie und war danach bis 1991 Wissenschaftlicher Assistent am Orientalischen Seminar der Universität Freiburg. In den folgenden Jahren war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Assyriologie der LMU München (bis 1996) und am Altorientalischen Institut der Universität Leipzig (1996-98). 1994 habilitierte er sich und wurde 1998 ordentlicher Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seit 2009 steht er dem IANES vor. Zusätzlich ist er seit 2003 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Orient-Gesellschaft.

Seine zentralen Forschungsschwerpunkte bilden die Altorientalische, insbesondere die Sumerische Literatur mit einem Teilschwerpunkt im Bereich der sog. (zweisprachigen) Kultlyrik des 2. und 1. Jt. v. Chr., die Sozialgeschichte (Kindheit, Erziehung, Ausbildung, Bildung) Babyloniens und Assyriens sowie die Musik- und Wissensgeschichte des Alten Orient.

Aktuelles Projekt 1

Erzählungen aus der Land Sumer

 

Die ältesten erhaltenen literarischen Werke der Menschheit sind in sumerischer Sprache und damit in Keilschrift verfaßt. Als solche stellen sie eine unverzichtbare Quelle für die Wissenschaften vom Alten Orient, für die Literatur- und Religionswissenschaften, die Komparatistik, die Historische Anthropologie sowie die Altertumswissenschaften insgesamt dar. Mittlerweile wurde das einschlägige Textkorpus auch von zeitgenössischen Literaten wie etwa Raoul Schrott („Die Erfindung der Poesie“, Frankfurt 1997) ‚entdeckt’. Zwei aktuelle Projekte widmen sich auf methodisch unterschiedliche Weise dem Genre sumerische Literatur: „Erzählungen aus dem Land Sumer“ bietet eine Anthologie sumerischer literarischer Werke in deutscher Übersetzung. „Sumerian Literary Texts from the Martin Schøyen Collection“ stellt demgegenüber ein Vorhaben dar, das alleine der Grundlagenforschung, d.h. der Edition von Primärquellen verpflichtet ist.

Aktuelles Projekt 2

Das Erbrecht in Babylonien und Assyrien I (Quellen des 1. Jt. v. Chr.); II (Quellen des 3. und 2. Jt. v. Chr.)


(Dieses Projekt wurde resp. wird durch die DFG von 2001-2004 (Teil I) und von 2010-2013 (Teil II) gefördert.)

 

Ziel des Projektes ist es, die erbrechtlichen Regelungen in Mesopotamien anhand von Gesetzesbestimmungen sowie Urkunden, die Auskunft über das praktizierte Gewohnheitsrecht und Abweichungen vom üblichen Modus geben, vergleichend zu untersuchen und Entwicklungslinien aufzuzeigen. Anhand der Privaturkunden (Erbteilungsurkunden, Mitgiftbestellungen und -quittungen, Vermögenstransfers, Hinweise in Kaufurkunden etc.) sollten die praktischen Aspekte des Erbrechts untersucht werden: wie Erbteilungen realisiert wurden, welchen Umfang Erbschaften hatten, welchen Einfluß der Teilungsmodus auf die Familienstruktur und die ökonomischen Ressourcen der nächsten Generation hatte und mit welchen Heiratsstrategien die Effekte der Erbteilungen zu kompensieren versucht wurden.

Aktuelles Projekt 3

Spätbabylonische mathematische Astronomie (I: Prozedurtexte, II: Tabellarische Texte)

(Dieses Projekt wurde resp. wird durch die DFG von 2006-2009 (Teil I) und von 2009-2012 (Teil II) gefördert)

 

Aus Babylon und Uruk, den zwei wichtigsten mesopotamischen Zentren wissenschaftlicher Aktivität in der spätbabylonischen Zeit (500 v.Chr. - 100 A.D.) sind etwa 130 Prozedurtexte, die Rechenregeln (Algorithmen) für die Anfertigung astronomischer Tabellen für den Mond und die Planeten enthalten sowie 290 tabellarische Texte der mathematischen Astronomie bekannt. Diese in babylonischer Keilschrift verfassten Tontafeln entstammen der letzten und wohl bemerkenswertesten Phase einer intensiven und vielfältigen Beschäftigung der Mesopotamier mit Himmelserscheinungen. Ziel des Projektes ist es, die einschlägigen Quellen zu übersetzen, kritisch zu edieren und sie aus philologischen, mathematischen, astronomischen und wissenschaftshistorischen Blickwinkeln mit modernen Analysemethoden zu untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit gilt neben der sozialen und institutionellen Situierung der babylonischen mathematischen Astronomie wissenschaftstheoretischen Aspekten wie Mathematisierung, Abstrahierung und Theoriebildung.