Prof. Dr. Sebastian Thies

Iberoamerikanische Philologie und Kulturwissenschaft - Romanisches Seminar


E-Mail: sebastian.thies[at]uni-tuebingen.de

Homepage: Sebastian Thies

Prof. Dr. Richard Posamentir

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Romanischen Philologie an den Universitäten Osnabrück, Münster und der Universidad Nacional Autónoma de México; 2000 Promotion an der Universität Osnabrück; 2002-2009 Juniorprofessur, 2009-2011 AOR und 2011-2012 W2-Professur für Interamerikanische Studien an der Universität Bielefeld; seit 2012 W3-Professur  für Iberoamerikanische Philologie und Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen.

2007-2010 Leiter der ZiF-Forschungsgruppe „E Pluribus Unum. Ethnische Identitäten in Transnationalisierungsprozessen in den Amerikas“; 2008-2012 TP-Leiter im SFB 584 „Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte“; bisherige Forschungsschwerpunkte: Historischer Roman; Literatur und Kultur der lateinamerikanischen Diaspora, Dokumentarfilmtheorie, das identitätspolitische Feld in den Amerikas , literarische Konstruktion von Gender in der lateinamerikanischen Literatur

Aktuelles Projekt 1

Critical Dictionary of Inter-American Studies


(Gefördert durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Zentrum für Interamerikanische Studien Bielefeld)

 

 

Als gemeinsames Projekt der Universitäten Bielefeld, Tübingen und Duisburg-Essen ist das Critical Dictionary of Inter-American Studies als ein 4-bändiges Grundlagenwerk zu den hemisphärischen Area-Studies zu den Amerikas angelegt. Das Wörterbuch diskutiert Grundbegriffe  der Area Studies sowie zentrale kulturelle, soziale und politische Phänonomene des interamerikanischen Verflechtungsraums im Rahmen eines transdisziplinären und transnationalen Ansatzes. In einem kritischen Nord/Süd-Dialog sollen hierbei die Generierung und Systematisierung von Wissen zu einer Weltregion erfolgen, die trotz aller historisch angelegten Differenzen und Konfliktfelder stete und vielschichtige Dynamiken der Integration und Transnationalisierung kennzeichnen.

 

Aktuelles Projekt 2

Ethnische Identitätspolitik im Medienwandel

 

(Buchprojekt)

 

Dies Projekt schließt an theoretische Vorarbeiten aus dem Kontext einer Forschungsgruppe zu Ethnischen Identitäten in Transnationalisierungsprozessen und einem Teilprojekt im SFB 584 zur Ethnisierung des Politischen an. In der monographischen Studie Ethnische Identitätspolitik im Medienwandel (Wallstein, 2013) soll die Rolle von Medien für die Auseinandersetzungen um die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe indigener Bevölkerungsgruppen in den Amerikas umrissen werden.  Anhand von Fallbeispielen aus Mexiko, Brasilien, Bolivien, Canada und den USA  soll gezeigt werden, wie tiefgreifend die asymmetrische Verteilung des Zugangs zu und der Kontrolle über Medien in der Moderne die ethnische Strukturierung der postkolonial verfassten Gesellschaften der Amerikas  geprägt hat. Ergänzt wird dies durch einen Rückblick auf die Konstituierung ethnischer Ausgrenzungspolitiken und medialer Praktiken kulturellen Widerstands in der kolonialen Schriftkultur. Zudem ist die zeitnahe Veröffentlichung eines Sammelbands zum Thema „Ethnicities under Audiovisual Construction“ geplant, der auf zwei 2009 in Bielefeld und  2011 in Los Angeles durchgeführte Tagungen zurückgeht.

Projekt 3

Narration der Nation im Dokumentarfilm der Amerikas

 

(Buchprojekt)

 

Eine für Ende 2013 zur Veröffentlichung vorgesehene monographische Schrift beschäftigt sich mit dem Thema „Temporality, Mediality and Imagined Communities in Documentary Filmmaking in the Americas“.  Mit seiner extrem weiten Bandbreite an Formaten beeinflusst der dokumentarische Diskurs in Film, Video und Fernsehen die imaginären Gemeinschaften sowie die allegorischen Konfiguration des Nationen-Volks. Er beeinflusst die Art und Weise, wie Menschen gelebte Zeit mit nationaler Geschichte verbinden und wie sie territoriale Zugehörigkeiten mental kartographieren.  Darüberhinaus schafft der dokumentarische Diskurs ein Bild von Öffentlichkeit und die Art und Weise, wie politisches und mediales Engagement in dieser Öffentlichkeit  reguliert wird. In einer auf einen Nord/Süd-Dialog angelegten systematisierenden Studie beschäftigt sich die Monographie mit den verschiedenen Ausformungen von imaginärer Gemeinschaft und Zeitlichkeit im Direct Cinema, im Kompilationsfilm, im anthropologischen Film und in First Person Documentaries. Vorarbeiten sind 2010 in einem Sammelband Screening  the Americas. Narration of Nation in Documentary Film erschienen. Im Rahmen der forschungsangebundenen Lehre sind zum Thema zwei internationale Summerschools (Bielefeld 2008, Guadalajara 2010) durchgeführt worden.