Prof. Dr. Gunter Schubert

Asien-Orient-Institut (AOI) - Abt. für Sinologie und Koreanistik

 

E-Mail: gunter.schubert[at]uni-tuebingen.de

Homepage: Gunter Schubert


Prof. Dr. Frauke Berndt

Prof. Dr. Gunter Schubert, geb. 1963, Studium der Sinologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft an den Universitäten Marburg und Hamburg. Promotion 1994 und Habilitation 2000 an der Universität Hamburg. 1994-2003 Wissenschaftlicher Referent für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politik Ostasiens an der Forschungsstätte der Ev. Studiengemeinschaft (FESt), Heidelberg. 2000-2003 Privatdozent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Heidelberg. Seit 2003 Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Greater China Studies an der Universität Tübingen.

 

Aktuelles Projekt 1

Regieren in China: Governance-Reformen und Politikimplementierung im chinesischen local state

 

Teilprojekt 1:   Teilprojekt 1: Kreis- und Gemeindekader als strategische Gruppen: Analyse in multiplen Politikfeldern

Teilprojekt 2:   Teilprojekt 2: Unternehmertum und Politik im local state

           

(Beide Projekte werden gefördert vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung im Rahmen der Fördermaßnahme „Stärkung der Regionalwissenschaften“(2010-2014); Homepage des interuniversitären Verbundes „Regieren in China“)

 

Wie wird in der VR China Politik gemacht? Wie wird sie auf den unteren Verwaltungsebenen implementiert? Welche Spielräume autonomen politischen Handelns bei der Politikimplementierung haben vor allem die Kaderbürokratien auf der Kreis-, Gemeinde- und Dorfebene – dort also, wo der Staat unmittelbar auf die Menschen trifft? Wie reagieren die Kader auf eine sich ständig verändernde institutionelle Umwelt sowie auf die Forderungen der ländlichen und (peri)-urbanen Bevölkerung? Und welche Bedeutung hat lokales politisches Handeln für die Stabilität und Legitimität der derzeitigen Regimes? Das Projekt untersucht das Verhältnis von political agency und institutional constraints im chinesischen local state auf der Grundlage des eigens dafür entwickelten Konzepts der strategischen Gruppen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Leistungs-und Anpassungsfähigkeit (capacity) des chinesischen politischen Systems

 

Aktuelles Projekt 2

"Linkage Communities" - Zur Rolle und Bedeutung von Migraation und suboffizieller Interaktionsprozesse zwischen Taiwan uund der VR China

 

Teilprojekt 1: Cross-Strait Linkage Communities and Strategic Action Across the Taiwan Strait: The Case of the Taishang

 

Die Beziehungen zwischen Taiwan und der VR China sind ungeachtet des anhaltenden Souveränitätsstreits durch kontinuierlich zunehmende Interaktionsprozesse geprägt, vor allem auf der suboffiziellen Ebene. Die Übersiedlung von Taiwanesen auf das chinesische Festland – vor allem Unternehmer und Professionals mit ihren Familien, in jüngerer Zeit aber auch Studenten und Akademiker – führen dabei zu einer speziellen Integrationsdynamik, die sich nahezu unsichtbar neben der breit porträtierten Verdichtung der Investitions- und Handelsströme über die Taiwanstraße vollzieht. Das Projekt ist langfristig angelegt und beschäftigt sich mit den Folgen dieser Migration, die inzwischen auch in umgekehrter Richtung an Umfang zunimmt, sowie der Entstehung von sino-taiwanesischen linkage communities aus unterschiedlichen analytischen Perspektiven

 

Aktuelles Projekt 3

Die Demokratische Fortschrittspartei im Spannungsfeld der taiwanesischen Chinapolitil: Auf dem Weg zu einem neuen Konsensus?

 

Die 2008 von der nationalistischen Guomindang eingeleitete Entspannungsoffensive Taiwans gegenüber der VR China hat die Demokratische Fortschrittspartei (DFP), die größte Oppositionspartei Taiwans, in Zugzwang gebracht. Seit ihrer Gründung dem Kampf für eine politische Unabhängigkeit Taiwans von China verschrieben, sieht sich die Partei der Gefahr gegenüber, durch die an Dynamik und Intensität zunehmende Integration zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland politisch marginalisiert zu werden. Eine Debatte über die Anpassung der eigenen Chinapolitik ist in der DFP spätestens seit der Niederlage in den Präsidentschaftswahlen vom Januar 2012 voll entbrannt. Das Projekt verfolgt diese Debatte unter der leitenden Fragestellung, welchen Einfluss der Aufstieg Chinas auf den politischen Status Taiwans hat und wie groß der Spielraum für einen innertaiwanesischen Kompromiss in der Frage des Verhältnisses zu China ist bzw. werden könnte.