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Juli Zeh bei der 15. Tübinger Mediendozentur

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin spricht über die Macht von Stimmungen und die Zukunft der Demokratie

Regierungskrisen, der drohende Zerfall Europas, der Aufstieg von Populisten, der Vertrauensverlust in Medien und Politik, die spürbare Polarisierung der Kommunikationsverhältnisse – die gesellschaftliche Mitte scheint an Einfluss zu verlieren, die Attraktivität und Ausstrahlung liberaler Demokratien schwindet. Oder ist unsere Situation in Wahrheit viel besser als die Stimmung? Wird die Lage des Landes in einem eigenwilligen Zusammenspiel aus medialer Zuspitzungslust, populistischer Vereinfachung und einer diffusen Verdrossenheit der Allgemeinheit künstlich schlecht geredet?

Diesen Fragen widmet sich die Schriftstellerin Juli Zeh in der 15. Tübinger Mediendozentur am Donnerstag, den 12. Juli 2018, um 18.30 Uhr im Festsaal der Universität (Neue Aula, Geschwister Scholl Platz). Die interessierte Öffentlichkeit und Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Mit Juli Zeh kommt eine der bekanntesten Schriftstellerinnen deutscher Sprache und Autorin vielfach ausgezeichneter Romanen nach Tübingen. Ihre gesellschaftspolitischen Stellungnahmen beeinflussen die Debatten der Gegenwart. Bereits ihr literarisches Debüt „Adler und Engel“ (2001) war ein Welterfolg und wurde in 31 Sprachen übersetzt. Es folgten zahlreiche weitere Romane, Sachbücher, Theaterstücke, Kurzgeschichten, Essays. In diesen Tagen wird ihr Gesellschaftsroman „Unterleuten“ für das ZDF verfilmt und die Bühnenfassung vorbereitet.

In ihrer Tübinger Rede skizziert Juli Zeh ein Panorama der aktuellen Stimmungs- und Kommunikationsverhältnisse. Sie zeigt, wie die Digitalisierung gesellschaftliche Spaltungsprozesse und die Ich-Zentrierung des Menschen verstärkt. Und sie macht deutlich, dass die offene Flanke der liberalen Demokratie darin besteht, dass sie zwar Freiheitsräume eröffnet, aber Verantwortung, Mündigkeit und ein Interesse am Gemeinwohl aller Beteiligten unbedingt voraussetzt. Wie viel Freiheit, so lautet ihre Schlüsselfrage, kann der Mensch ertragen – ohne sich in die grobe Vereinfachung, die nächstbeste Ideologie oder das Spektakel der Dauer-Ablenkung zu flüchten?

Die thematische Einführung zur 15. Tübinger Mediendozentur am 12. Juli übernimmt der Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen. Es moderiert der Tübinger SWR-Studioleiter Dr. Andreas Narr. Ein Mitschnitt der Rede zur Mediendozentur wird in SWR Aktuell gesendet. Das Institut für Medienwissenschaft publiziert sie gemeinsam mit dem SWR in einer Sonderveröffentlichung.
 
Seit 2003 kamen für die Mediendozentur unter anderem Claus Kleber, Maybrit Illner, Giovanni di Lorenzo, Alice Schwarzer, Frank Schirrmacher, Mathias Döpfner, Miriam Meckel, Sascha Lobo und Georg Mascolo nach Tübingen.

Kontakt:

Dr. Andreas Narr
Südwestrundfunk
Studioleiter Studio Tübingen
Telefon: +49 7071 209-38101
andreas.narr[at]SWR.de

 

Professor Bernhard Pörksen
Universität Tübingen
Institut für Medienwissenschaft
Telefon +49 7071 29-72798
bernhard.poerksen[at]uni-tuebingen.de

 

 

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

 

Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de
 
http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html