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09.10.2015 16:20

Attempto-Preis für junge Neurowissenschaftler

2015 werden Dr. Amalia Papanikolaou vom Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik und Chih-Yang Chen vom Centrum für Integrative Neurowissenschaften ausgezeichnet

Die Attempto-Preise 2015 der Attempto-Stiftung im Universitätsbund Tübingen gehen dieses Jahr an Dr. Amalia Papanikolaou aus der Arbeitsgruppe von Professor Nikos Logothetis am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik und an Chih-Yang Chen, Doktorand in der Arbeitsgruppe von Dr. Ziad Hafed am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen.

 

Amalia Papanikolaou hat sich mit den Folgen von Schädigungen der für das Sehen verantwortlichen Teile der menschlichen Großhirnrinde befasst. In einer in den Proceedings der National Academy of Science USA erschienenen Arbeit zeigt sie mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie, dass die Beziehung zwischen Sehstörungen und Schädigungsmustern wesentlich komplexer ist als bislang gedacht. Diese Befunde sind wichtig, um Trainingsstrategien für Patienten zu entwickeln, mit denen diese ihr verbleibende Sehkraft verbessern können.

 

Chih-Yang Chen hat sich mit der Rolle kleinster Augenbewegungen befasst, die wir ausführen, wenn wir unseren Blick auf Objekte richten. Diese sind so fein, dass man sie eigentlich für bedeutungslos halten könnte. Seine in Current Biology publizierten tierexperimentellen Studien zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr sind die Augenbewegungen eng mit einer Veränderung der Sehleistung verbunden: Die Empfindlichkeit des Sehapparates wird in den Teilen des Gesichtsfeldes gefördert, auf die hin diese Augenbewegungen gerichtet werden, ein entscheidender Beitrag zur Sicherstellung eines optimalen Seheindrucks. Die Ergebnisse lassen erwarten, dass auch bislang wenig beachtete Veränderungen dieser feinen Augenbewegungen zu noch unerkannten Sehstörungen führen könn-ten.

 

Der Attempto-Preis wurde 1983 vom Psychiater Konrad Ernst und seiner Ehefrau Dorothea gestiftet und wird jährlich an Nachwuchswissenschaftler für herausragende Arbeiten über Hirnleistungen und deren Störungen vergeben, die an der Universität Tübingen und an den der Universität verbundenen Tübinger Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft entstanden sind. Zurzeit werden jährlich zwei Nachwuchswissenschaftler mit einem Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro ausgezeichnet, das zur Förderung ihrer weiteren wissenschaftliche Karriere eingesetzt werden kann.

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