Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 3/2010: Forum

20 Jahre „Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften“ (IZEW)

Vorbild für viele andere Universitäten

Auch Tanja Gönner, baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, nahm an der Konferenz des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen teil. Foto: Birgit Leweke
Auch Tanja Gönner, baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, nahm an der Konferenz des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen teil. Foto: Birgit Leweke

Das „Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften“ (IZEW) an der Universität Tübingen, häufig auch kurz Ethikzentrum genannt, feierte Anfang Oktober sein 20-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gab es eine Konferenz zum Thema „Ethics in Practice“ mit vielen internationalen Gästen. Dabei sprachen nicht nur professionelle Ethiker, sondern auch Vertreter  der Öffentlichkeit und anderer Wissenschaften, wie zum Beispiel die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner oder der aus dem Fernsehen bekannte Klimaforscher Mojib Latif.


Im Jahr 1990 wurde das Ethikzentrum auf der Basis eines Landtagsbeschlusses an der Tübinger Universität gegründet. Seitdem gehen vom IZEW immer wieder wichtige Impulse für die anwendungsorientierte Ethik aus. So war schon die Grundidee ein Novum: Die Ethik sollte nicht die Angelegenheit eines abgeschlossenen Expertenzirkels sein, sondern ihren Ort in den Wissenschaften haben, als Aufgabe aller Wissenschaftler. Diese Idee überzeugt bis heute und wurde von vielen Einrichtungen an anderen Universitäten übernommen.


Das IZEW leistete wichtige Beiträge in den großen bioethischen Debatten um Stammzellforschung und Reproduktionsmedizin. Die Biologin und Philosophin Professor Dr. Eve-Marie Engels, die das Ethikzentrum seit 2001 leitet, und andere Mitglieder des IZEW arbeiteten und arbeiten in wichtigen politischen Beratungsgremien mit. Das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG), das alle Lehramtsstudenten in Baden-Württemberg heute durchlaufen müssen, wurde maßgeblich im IZEW konzipiert. Und aktuell ist das IZEW europaweit das einzige Ethikzentrum, das sich systematisch mit ethischen Problemen der Sicherheit auseinandersetzt: Körperscanner, „intelligente“ Videoüberwachung und die grundsätzliche Frage, welche und wie viel Sicherheit eine freie Gesellschaft braucht und verträgt.

 
Ethische Fragen haben heute mehr und mehr eine internationale Dimension. Das IZEW richtet sich daher zunehmend international aus. Das kam auch in der Umbenennung vom „Interfakultäres Zentrum …“ in das „Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften“ zum Ausdruck, die im letzten Jahr erfolgte.

 

Homepage Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)


Roland Kipke