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Willkommen auf der Internetpräsenz des Institutes für Hermeneutik und Dialog der Kulturen.

Auf diesen sind allgemeine und aktuelle Informationen des Institutes zu finden sowie eine kleine Auswahl an Texten zu aktuellen Projekten des Institutes.

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Prof. Dr. Christoph Schwöbel
(Direktor des Institutes)

Institut für Hermeneutik und Dialog der Kulturen

"Das Institut soll der Sammlung, Förderung und Auswertung aller Forschung dienen, die die Lehre vom Verstehen und Auslegen betrifft, soweit sie direkt oder indirekt die Theologie angeht."[1], schreibt G. Ebeling in einer Charakterisierung der Aufgaben des Institutes zu seiner Gründung 1961. Mit der Berufung G. Ebelings nach Tübingen 1965 brachte dieser seine in Zürich schon ausgeführten Pläne dann zur Gründung eines zweiten Instituts für Hermeneutik mit. Der Arbeit sollte ab November 1965 das in der Wildermuthstr. 10 eingerichtete Institut dienen. Hier, so Ebeling, soll das Institut seiner Aufgabe gerecht werden, "[d]urch Konfrontation mit der Weite und Vielfalt heutiger Wirklichkeitserfahrung [...] die theologische Verstehensfrage scharf [zu stellen], die Zusammenarbeit der theologischen Disziplinen untereinander [zu fördern] und den Gefahren der unerlässlichen Spezialisierung [zu wehren]."[2] Neben der Beförderung des innerdisziplinären Dialogs um die Einheit der Theologie sollte die Arbeit des Institutes gerade über die Grenzen der Disziplin hinausgreifen und mit anderen Disziplinen hermeneutische Fragestellungen bearbeiten. Dazu wurde neben der akademischen Arbeit vor allem auch der Aufbau einer umfassenden hermeneutischen Bibliothek betrieben, die vor allem Literatur zur Geschichte und gegenwärtiger Diskussion hermeneutischer Fragestellungen sammelt.

 

Mit dem Wechsel G. Ebelings nach Zürich übernahm E. Jüngel im Oktober 1969 die Leitung des Institutes für Hermeneutik. Er führte die von Ebeling begonnene Arbeit weiter, besonders durch Arbeiten zur Logik der Sprache und andere Grundlagenforschung im Bereich hermeneutischer Fragestellungen weiter. Jüngel prägte die Arbeit des Institutes speziell durch seine Arbeit zu fundamentaltheologischen und ontologischen Fragestellungen. Die Bibliothek wurde weiter ausgebaut. Unter Jüngels Leitung zog das Institut sowohl in Räumlichkeiten in der Hölderlinstr. 16 um, als dann im Oktober 1993 in das Theologikum, Liebermeisterstr.12.

 

Seit 2004 wird das Institut, nun "Institut für Hermeneutik und Dialog der Kulturen", von Ch. Schwöbel geführt. Hermeneutik ist nach Schleiermacher "die Kunst, die Rede eines anderen, vornehmlich die schriftliche, richtig zu verstehen". Heute stellt sich diese Aufgabe für die Theologie nach wie vor im Verstehen der biblischen Zeugnisse und ihrer Auslegung und Anwendung in der Geschichte christlicher Glaubenskommunikation. Unter den Bedingungen des weltweiten religiös-weltanschaulichen Pluralismus stellt sie sich aber auch im Dialog der Kulturen in ihrer Vielfalt wie der Kulturen der Wissenschaften. Die Begegnung der Religionen verlangt nach Aufmerksamkeit für die Frage der Identität, wie sie in der "Rede eines anderen" zum Ausdruck gebracht wird - und wie sie als eigene klar präsentiert wird, um im Dialog ansprechbar zu werden. Die Kunst des Verstehens interdisziplinär zu fördern, ist aber auch eine Aufgabe der Theologie im Gespräch mit den anderen Geistes-, Kultur- und Naturwissenschaften, die auf religiösen und weltanschaulichen Voraussetzungen beruhen, die sie in ihrer fachwissenschaftlichen Arbeit nicht begründen oder herstellen können. Da Systematische Theologie nur florieren kann, wo sie mit der Praxis des Glaubens in Gemeinde und Schule im Gespräch bleibt, wird auch diesen Praxiskontexten in der Arbeit des Instituts besondere Aufmerksamkeit zugewandt.

 

[1] Auszug aus dem Antrag der Theologischen Fakultät der Universität Zürich vom 18. Januar 1962 betr. Schaffung ines Institutes für Hermeneutik an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

[2] Auszug aus einem Schreiben G. Ebelings an das Akademische Rektorat betreffend der Einrichtung eines Instituts für Hermeneutik an der Universität Tübingen vom 13. November 1965.