Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2016: Schwerpunkt

Neue Stabsstelle Flüchtlingskoordination

Zweisemestriges Vorstudium für studierwillige Flüchtlinge in Planung

Aufgrund der großen Anzahl von ankommenden Flüchtlingen in Baden-Württemberg und insbesondere in der Region Tübingen und dem spürbaren Bedarf nach spezifischen Angeboten hat das Rektorat der Universität Tübingen Mitte Oktober 2015 eine Stabsstelle für Flüchtlingskoordination eingerichtet. Diese wird von  Dr. Christine Rubas und Uschi Kübler-Hampel betreut und von Prorektorin Professorin Dr. Amos sowie Kanzler Dr. Andreas Rothfuß geleitet. Seitdem fanden bereits mehrere Treffen einer Arbeitsgruppe innerhalb der Universitätsverwaltung sowie ein Vernetzungstreffen mit Vertretern der Fakultäten und externen Trägern statt.

 

Eine Homepage für die Angebote für Flüchtlinge, die sich für ein Studium oder sonstige Angebote der Universität Tübingen interessieren, wurde in deutscher und englischer Sprache eingerichtet. Auf der Seite gibt es entsprechende Veranstaltungshinweise für Flüchtlinge. Auch bilden sich derzeit Sprachtandemangebote heraus, und es findet in den nächsten Wochen ein Service Learning Kurs statt, in dem Studierende zu Mentoren für Flüchtlinge ausgebildet werden sollen. Im Wintersemester 2015/2016 haben bereits einige Flüchtlinge an Deutsch-Kursen an der Universität Tübingen teilgenommen, die nun aus formellen Gründen durch andere Träger fortgesetzt werden. Circa 26 Menschen mit Fluchthintergrund sind im Wintersemester 15/16 als Gasthörer angemeldet, diese wurden von der Gasthörer-Gebühr befreit. 

 

Derzeit in Planung befindet sich ein Konzept für ein Vorstudium für studierwillige Flüchtlinge. Das Vorstudium soll zum Wintersemester 2016/17 starten und 25 bis maximal 50 Plätze umfassen. Es gliedert sich in zwei Semester, die voraussichtlich folgende Inhalte haben werden: ein Orientierungssemester, in welchem vor allem die Deutschkenntnisse auf ein akademisches Niveau erweitert werden, kombiniert mit einem Orientierungskursprogramm, welches insbesondere der Vermittlung und Diskussion der kulturellen Werte in Deutschland dient und Kurse zur deutschen Geschichte, Politik, Religion sowie ein interkulturelles Training umfasst. Im zweiten Fit-for-Study Semester sollen sich die Menschen mit Fluchthintergrund nach einer eingehenden Studienberatung mit ihren angestrebten Studienfächern vertraut machen können. Für die Planung des zweiten Semesters werden daher die einzelnen Fachdisziplinen einbezogen werden.  Parallel hierzu werden die deutschen Sprachkenntnisse weiter aufgebaut, sodass die Studierenden mit Fluchthintergrund am Ende dieses akademischen Jahres eine Deutschprüfung ablegen können. Damit besteht das Vorstudium für Menschen mit Fluchthintergrund aus drei Bausteinen: kontinuierlicher Aufbau der Sprachkenntnisse, Kurse zur kulturellen Integration und schließlich Fachkurse zu den einzelnen akademischen Disziplinen. Außerdem ist ein Rahmenprogramm in Planung, welches ein Buddyprogramm, Ausflüge und gemeinsame kulturelle Aktivitäten beinhaltet.

  
Uschi Kübler-Hampel und Christine Rubas