Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2018: Forschung

IBM Shared University Research Grant für den Fachbereich Informatik

„Minsky-Maschine“ unterstützt die Tübinger Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz

Von links nach rechts: Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Dirk Wittkopp, Vice President Germany Lab IBM, Wolfgang Fuhl, Wilhelm-Schickard Institut für Informatik der Universität Tübingen, und Dr. Wolfgang Maier, Director Hardware Development IBM. Alle Fotos: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen
Von links nach rechts: Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Dirk Wittkopp, Vice President Germany Lab IBM, Wolfgang Fuhl, Wilhelm-Schickard Institut für Informatik der Universität Tübingen, und Dr. Wolfgang Maier, Director Hardware Development IBM. Alle Fotos: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Im Januar erhielt Professor Dr. Wolfgang Rosenstiel vom Fachbereich Informatik erneut den IBM Shared University Research Grant (SUR Grant), mit dem das IT-Unternehmen Forschungsprojekte von Hochschulen und Instituten unterstützt. Zuletzt hatte Professor Rosenstiel 2007 einen SUR Grant in Form eines Großrechnersystems für ein Forschungsprojekt zum so genannten Workload Management erhalten. Bei der aktuellen Verleihung handelt es sich um eine „Power AI“-Plattform, auch bekannt als „Minsky-Maschine“, die die Tübinger Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen wird. Ergänzend zur Hardware sind im SUR Grant auch die zugehörige Software und der technische Support inbegriffen. Neben der Universität Tübingen forschen im Rahmen der 2016 gegründeten Forschungsoffensive „Cyber Valley“ auch das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme mit seinen beiden Standorten in Tübingen und Stuttgart und die Universität Stuttgart an Künstlicher Intelligenz. Im Cyber Valley arbeiten diese Forschungseinrichtungen derzeit mit einer ganzen Reihe von Industrie-Partnern zusammen, zu denen Amazon, BMW AG, Facebook, Daimler AG, IAV GmbH, Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG gehören.

 

„Der IBM SUR Grant ist eine große Auszeichnung für die Universität Tübingen, die ich sehr gerne auch stellvertretend für alle Beteiligten in Empfang nehme“, erklärte Professor Dr. Wolfgang Rosenstiel, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und Professor für Technische Informatik, bei der symbolischen Übergabefeier. Rektor Professor Dr. Bernd Engler ergänzte in seinem Grußwort: „Für dieses Komplettpaket möchte ich mich im Namen der Universität Tübingen herzlich bei IBM bedanken. Dieses Investment ist bei uns sehr gut platziert, da wir im KI-Bereich dieselben Forschungsinteressen wie IBM haben“. Zusammen mit den anderen Partnern des Cyber Valley sei die Region auch dank der Unterstützung durch die Landesregierung einer der derzeit wichtigsten Forschungsstandorte in der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz. „Ich bin sicher, dass die Tübinger Informatik mit der neuen „Power AI“-Plattform viele neue Innovationen anstoßen wird“, sagte Engler. In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass die Universität Tübingen sich im Antragsverfahren zur Exzellenzstrategie unter anderem auch mit einem Vollantrag „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ bewirbt.

 

„Der Durchbruch bei der KI kam erst in den letzten Jahren, obwohl das Thema an sich natürlich nicht neu ist“, stellte Dirk Wittkopp, Vice President Germany Lab IBM, fest. „2018 wird ein Schlüsseljahr für die Künstliche Intelligenz. Das Cyber Valley ist hier ganz klar ein Leuchtturm mit seinen beteiligten Forschungseinrichtungen. Wir sind hier gemeinsam in einer stark aufgestellten Region tätig.“ Mit der Universität Tübingen verbinde IBM vor allem auf der Hardware-Ebene eine langjährige Zusammenarbeit. „Die AI-Maschine soll ein weiteres sichtbares Zeichen für unsere Kooperation sein. Ich möchte die Universität Tübingen einladen, uns auf dem gemeinsamen Weg zu begleiten. Und dies ist erst der Anfang“, erklärte Dirk Wittkopp.

  

 Im seinem Festvortrag sprach Dr. Wolfgang Maier, Director Hardware Development IBM, über „KI-optimierte IBM-Systeme“. „Wir haben heute nicht nur immer mehr Daten zur Verfügung, sondern auch einen anderen Datenmix als früher, der uns vor neue Herausforderungen stellt. Bislang haben wir mit strukturierten Daten gearbeitet. Nun haben wir es mit unstrukturierten Daten zu tun, für die wir neue Verarbeitungsmethoden finden müssen“, erläuterte er. Während die letzte Ära im Zeichen der „Information and Telecom“ gestanden habe, sei die Gesellschaft nun in der kognitiven Ära angekommen. Es gehe jetzt darum, die menschliche Erkenntnisfähigkeit zu verbessern. „Die Minsky-Maschine ist ideal, um große neuronale Netze zu verarbeiten. Das ist derzeit State-of-the-Art. Damit können wir Einiges machen.“

 

Wolfgang Fuhl vom Wilhelm-Schickard Institut für Informatik der Universität Tübingen stellte die Minsky-Maschine abschließend am Beispiel des Eye-Trackings von mehreren Probanden vor und zeigte, wie sich eine große Mengen gesammelter Blickdaten mit dem neuen Hochleistungsrechner schnell und effizient verarbeiten lassen.  

 

Johannes Baral

Dr. Wolfgang Maier, IBM, sprach in seinem Festvortrag über „KI-optimierte IBM-Systeme“.
Dr. Wolfgang Maier, IBM, sprach in seinem Festvortrag über „KI-optimierte IBM-Systeme“.
Wolfgang Fuhl vom Wilhelm-Schickard Institut für Informatik der Universität Tübingen stellte die Arbeitsprozesse der Minsky-Maschine vor.
Wolfgang Fuhl vom Wilhelm-Schickard Institut für Informatik der Universität Tübingen stellte die Arbeitsprozesse der Minsky-Maschine vor.

IBM Shared University Research Grant (SUR Grant)

IBM unterstützt ausgewählte Forschungsprojekte von Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten. Das Unternehmen stellt dafür die Informationstechnologie und Services zur Verfügung, um die Forschungsarbeit auf einem gemeinsamen Interessensgebiet voranzubringen und den Wissenstransfer zwischen den jeweiligen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen auszubauen.