Uni-Tübingen

Pressemitteilungen

08.02.2018

Neu an der Universität Tübingen

Kurzvorstellung neuer Professorinnen und Professoren


Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den vergangenen Monaten den Ruf an die Universität Tübingen angenommen. Im Folgenden möchten wir sie Ihnen kurz vorstellen.

Professor Dr. Tamam Bakchoul

Professor für Transfusionsmedizin (Medizinische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professor Tamam Bakchoul wurde im Juni 2017 auf eine Professur für Transfusionsmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen berufen. Tamam Bakchoul studierte Humanmedizin in Syrien. Anschließend war er von 2004 bis 2007 Assistenzarzt im Bereich der Plastischen Chirurgie, der Klinischen Hämostaseologie sowie Klinischen Immunologie und Transfusionsmedizin in Damaskus, im Saarland und in Gießen. Im Jahr 2007 promovierte er zum Doktor der Humanmedizin am Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Nach einem einjährigen Auslandsforschungsaufenthalt in Milwaukee/USA übernahm Bakchoul von 2009 – 2011 die Leitung des Thrombozytenlabors am Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin des Universitätsklinikum in Gießen und Marburg und schloss seine Facharztausbildung für Transfusionsmedizin ab. 2012 wurde er auf eine Juniorprofessur nach Greifswald berufen. Am Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin in Greifswald leitete er von 2012 bis 2016 das Labor für die Untersuchung von Thrombozyten und dem Humanen Leukozytenantigen-System (HLA). Ende 2015 habilitierte Bakchoul sich im Fach Transfusionsmedizin. Die Zusatzbezeichnung Hämostaseologie weist ihn außerdem als Experten für die menschliche Blutgerinnung aus.

Die Forschungsschwerpunkte von Bakchoul sind Erkrankungen der Blutplättchen, die durch eine fehlgeleitete Immunantwort verursacht sind. Die sogenannte autoimmune Antwort des Körpers gegen die eigenen Blutplättchen kann Veränderungen im Blutgerinnungssystem auslösen, z.B. Blutungen aber auch unkontrollierte Blutgerinselbildung (Thrombose). Mit seiner Arbeitsgruppe (Immunhämatologie und Hämostaseologie) versucht Bakchoul neue Medikamente zu entwickeln, die den Abbau der Blutplättchen verhindern können.

Juniorprofessorin Dr. Sara Kleindienst

Juniorprofessur für Mikrobielle Ökologie (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Dr. Sara Kleindienst (geb. 1982) ist im Dezember 2017 auf eine Juniorprofessur für Mikrobielle Ökologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen worden. Sie war seit März 2015 als Habilitandin der Geomikrobiologie und seit Oktober 2017 als unabhängige Emmy-Noether Nachwuchsgruppenleiterin an der Universität Tübingen tätig.

Sara Kleindienst hat Biologie an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg studiert. Von 2008 bis 2012 forschte sie als Doktorandin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. 2012 promovierte sie an der Universität Bremen zum Thema „Hydrocarbon-degrading sulfate-reducing bacteria at marine gas and oil seeps“.

Ihr Forschungsinteresse gilt vor allem speziellen Mikroorganismen in der Umwelt, die Schadstoffe umsetzen und diese somit für Mensch und Umwelt unschädlich machen können. So beschäftigte sie sich mit dem mikrobiellen Öl- und Gas-Abbau an natürlichen Quellen aber auch an kontaminierten Standorten der Ölkatastrophe "Deepwater Horizon". Darüber hinaus untersucht ihre Arbeitsgruppe mikrobiellen Öl-Abbau von diffusen Einträgen (z.B. durch Schiffe oder Flüsse) ins Meer. Ein weiterer Fokus liegt auf dem mikrobiellen Abbau von Pestiziden und Nitrat im Grundwasser in einem Untersuchungsgebiet nahe Tübingen. Ihre Arbeitsgruppe verwendet eine Kombination von Feldanalysen und Laborexperimenten und setzt aktuelle Techniken aus dem Bereich der Molekularbiologie und der Mikrobiologie ein.

Juniorprofessor Dr. Stefan Krmnicek

Juniorprofessur für Antike Numismatik (Philosophische Fakultät)

Dr. Stefan Krmnicek ist auf die Juniorprofessur für Antike Numismatik, also Münzkunde, an der Philosophischen Fakultät berufen worden. Seit 2012 war er als Leiter der Numismatischen Arbeitsstelle und Kurator der Münzsammlung am Institut für Klassische Archäologie der Universität Tübingen tätig.

Stefan Krmnicek hat Klassische Archäologie und Geschichte an den Universitäten Wien und der Goethe-Universität Frankfurt studiert. Zudem absolvierte er das Diplomstudium „Antike und neuzeitliche Numismatik“ in Wien, Frankfurt und Padua. An den Universitäten Frankfurt und Cambridge schloss er 2009 das Promotionsstudium „Provinzialrömische Archäologie und Hilfswissenschaften“ ab. 2010 -2012 forschte er an der School of Archaeology and Ancient History der Universität Leicester in Großbritannien.

Er erforscht schwerpunktmäßig das „Medium Münzgeld“ an der Schnittstelle zwischen Archäologie, antiker Numismatik, Anthropologie und Soziologie. Zudem befasst er sich mit Ikonographie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Archäometrie.

Juniorprofessor Dr. Peter Loskill

Juniorprofessur für Experimentelle Regenerative Medizin (Medizinische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Dr. Peter Loskill (geb. 1984) ist zum Oktober 2017 auf eine Juniorprofessur für Experimentelle Regenerative Medizin an der Medizinischen Fakultät berufen worden. Er kommt vom Stuttgarter Fraunhofer Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB, wo er den „Fraunhofer Attract Grant“ erhalten hatte. Mit dem Stipendium ermöglicht die Fraunhofer-Gesellschaft herausragenden Wissenschaftlern ihre Idee bis zu Anwendung weiter zu entwickeln.

Peter Loskill studierte an der Universität des Saarlandes Physik, Biologie und Mathematik. Dort wurde er 2012 promoviert, in seiner Dissertation “Unraveling the impact of subsurface and surface properties of materials on biological adhesion – a multi-scale approach” charakterisierte er Wechselwirkungen zwischen biologischen Objekten und künstlichen Oberflächen. Von 2013 bis 2016 arbeitete er als Postdoc für Bioengineering an der University of California in Berkeley (USA). An der Universität Tübingen war er bereits als Gastdozent im Studiengang Medizintechnik tätig. Im Stuttgarter Fraunhofer Institut leitet Loskill seit März 2016 die Forschungsgruppe „Organ-on-a-Chip“ und wird diese Arbeit auch künftig fortführen.

Der Fokus seiner Forschung liegt auf der Entwicklung und Anwendung von mikrophysiologischen Organ-on-a-Chip-Systemen. Diese bilden die biologischen, chemischen und physikalischen Wechselwirkungen innerhalb unserer Organe ab und liefern so physiologisch aussagekräftige In-vitro-Modelle. In der Grundlagenforschung wie auch in der Arzneimittelentwicklung könnten sie Tierversuche ersetzen und unbedenkliche medizinische Studien an menschlichem Gewebe ermöglichen. Loskill und sein Team, die zu Europas führenden Wissenschaftlern in diesem jungen Forschungsfeld in gehören, arbeiten auch in Tübingen an der Entwicklung neuer Systeme und wenden bestehende Systeme für medizinische Forschungsfragen an, speziell im Bereich der Frauengesundheit.

Professor Dr. Benjamin Mordmüller

Professur für Translationale Infektiologie und Impfstoffentwicklung (Medizinische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Dr. Benjamin Mordmüller (geb. 1970) ist auf die Professur für Translationale Infektiologie und Impfstoffentwicklung der Medizinischen Fakultät berufen worden. Er ist bereits seit 2011 stellvertretender Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Tübingen sowie Leiter der Clinical Trial Platform und stellvertretender Leiter des Zentrums für klinische Studien am Universitätsklinikum Tübingen (ZKS).

Benjamin Mordmüller hat Medizin an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt Universität zu Berlin studiert, wo er 1997 promoviert wurde. Als Postdoc forschte er unter anderem am Universitätsklinikum Tübingen (1997-1999) und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin (1999-2002). Der Universität Tübingen ist er zudem schon lange durch seine Forschungstätigkeit am Centre de Recherches Médicales de Lambarené (CERMEL) in Gabun verbunden, hier begann vor 25 Jahren seine Auseinandersetzung mit der klinischen Forschung. 2012 absolvierte er an der Universität Heidelberg seinen Master of Medical Biometry, 2013 habilitierte er sich in Tübingen.

In seiner Forschung arbeitet er an der Entdeckung und Entwicklung von Medikamenten gegen Infektionserkrankungen, der Schwerpunkt liegt auf Therapie und Prophylaxe der Malaria. Sein Team will zum Verständnis der natürlich erworbenen sowie der impfinduzierten Immunantwort beitragen.

Professorin Dr. Christine Osterloh-Konrad

Professur für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Rechtsvergleichung (Juristische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professorin Christine Osterloh-Konrad (geb. 1976) ist auf die Professur für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Rechtsvergleichung der Juristischen Fakultät berufen worden. Sie kommt vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München und hat im Wintersemester 2017/2018 an der Universität Freiburg eine Lehrstuhlvertretung wahrgenommen.

Christine Osterloh-Konrad studierte in Paris, München und Bonn und war danach als wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut in München in der Abteilung von Wolfgang Schön tätig. 2006 wurde sie an der LMU München zum Thema „Der allgemeine vorbereitende Informationsanspruch ‒ Zivilrechtliche Auskunfts- und Rechtsansprüche und ihre Funktion im Zivilprozess“ promoviert. Nach ihrem Rechtsreferendariat in Bonn und einer kurzen Tätigkeit als Rechtsanwältin im Bereich des deutschen und internationalen Erbrechts kehrte sie ans Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen zurück. 2017 habilitierte sie sich an der LMU München zum Thema „Die Steuerumgehung ‒ eine rechtsvergleichende und rechtstheoretische Analyse“.

In ihrer Forschung beschäftigt sich die Juristin mit Fragen aus dem Bürgerlichen Recht, dem Handels- und Gesellschaftsrecht sowie dem Steuerrecht und mit den rechtsphilosophischen, rechtstheoretischen und ökonomischen Grundlagen dieser Rechtsgebiete. Besonders gerne arbeitet sie rechtsvergleichend, primär zum französischen und italienischen Recht sowie zum angloamerikanischen Rechtskreis. Der Blick darauf, wie andere Rechtsordnungen bestimmte allerorts präsente Sachprobleme lösen, fördere die Erkenntnis, weil er vermeintliche Selbstverständlichkeiten des nationalen Diskurses in Frage stellt – so ihre Überzeugung. Im Bereich der Politikberatung war Christine Osterloh-Konrad federführend an einem vom Bundesfinanzministerium beauftragten MPI-Gutachten zum Thema „Anzeigepflichten für Steuergestaltungen“ beteiligt. Die rechtspolitische Diskussion über dieses Instrument, mit dem sich der Staat frühzeitig Informationen über Steuervermeidungsstrategien beschaffen möchte, begleitet sie weiterhin mit großem Interesse.

Professor Dr. Marcello Porta

Professur für Mathematische Physik (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professor Marcello Porta (geb. 1983) ist zum Oktober 2017 auf eine Professur für Mathematische Physik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen worden. Er kommt von der Universität Zürich, an der er seit 2016 als Assistenzprofessor im Institut für Mathematik beschäftigt war.

Marcello Porta hat an der Universität Rom Physik studiert und wurde dort 2011 zum Thema „A lattice gauge theory model for graphene“ promoviert. Als Postdoc forschte er am Institut für Theoretische Physik der ETH Zürich (2010-2012), am „Hausdorff Center for Mathematics“ der Universität Bonn (2012-2014) sowie an der Universität Zürich (2014-2016).

Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Theoretischer Physik. Er interessiert sich für mathematische Fragen, die sich aus der Quantenmechanik ergeben, insbesondere in der Festkörperphysik. Er entwickelt mathematische Methoden, um das kollektive Verhalten von Quantensystemen besser zu verstehen, beispielsweise von Kristallen, die aus sehr vielen Atomen und Elektronen bestehen. Seine Arbeit hat bereits dazu beigetragen, elektronenleitende Eigenschaften von ultradünnen Materialien wie Graphen aufzuklären.

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