Japanologie

Neuerscheinungen


2018

Wachutka, Michael / Schrimpf, Monika / Staemmler, Birgit (Hg). Religion, Politik und Ideologie

Beiträge zu einer kritischen Kulturwissenschaft. Festschrift für Klaus Antoni zum 65. Geburtstag. München : Iudicium, 2018 (405 S., geb. · EUR 48); ISBN 978-3-86205-517-3

Religion, Politik und Ideologie übersetzt, analysiert und beschreibt zahlreiche Fallbeispiele des historischen und modernen Japans, in denen Politik, Ideologie und Religion wechselseitig ineinandergreifen. Die thematische Bandbreite der Betrachtungen reicht von den frühesten mythischen Anfängen des japanischen Kaiserreichs bis zu unmittelbar gegenwärtigen Diskursen, wobei Ideologie, Religion und Politik einerseits den 26 Beiträgen als gemeinsame Wegweiser der Analyse dienen und andererseits auch als Ordnungskategorien des Bandes. Hierdurch wird trotz ihrer unterschiedlichen Gewichtung deutlich, dass diese drei Bereiche einander oftmals bedingen und keinesfalls klar zu trennen sind.

Dieser Band ist dem Japanologen Klaus Antoni als Festschrift gewidmet, dessen kulturwissenschaftlich-kritischer Ansatz und breitgefächerte Forschungen insbesondere dem Verhältnis von Religion (Shintō) und Ideologie, mithin politischer Mythologie, im Kontext der japanischen Geistesgeschichte nachgehen.


2017

Koyama Yoko / Peter Siebert (Übersetzung). Am Ende des Sommers. Ein Roman aus Japan


Yumoto Kazumi Natsu no niwa - The Friends (1992).
Aus dem Japanischen übersetzt von Koyama Yoko und Peter Siebert
Basel: Baobab Books 2017.

Dieses Buch ist die überarbeitete Ausgabe der ersten Übersetzung, die unter dem Titel "Gespensterschatten", 1995, erschienen ist.


2016

Kazuhiro Takii / Michael Wachutka (Hg). Staatsverständnis in Japan

Ideen und Wirklichkeiten des japanischen Staates in der Moderne. Baden-Baden: Nomos, 2016 (204 S.); ISBN-13: 978-3848726974.

Ungeachtet seiner Randlage in Fernost nimmt Japan in seiner staatlichen Entwicklung einen ungewöhnlichen Platz in der Weltgeschichte ein. Stets beeinflusst von der chinesischen Zivilisation, alternierten bis in die Moderne hinein Phasen großer kultureller Aufnahmebereitschaft mit solchen relativer Abschließung und Zurückgezogenheit, wobei sich allmählich eine eigenständige Staatsauffassung auf Grundlage des speziellen Bewusstseins, ein "Land der Götter" zu sein, herausbildete. Seit dem ausgehenden 7. Jahrhundert bewegte sich Japans Staatsverständnis innerhalb zweier gegensätzlicher Pole: einer rationalen Staatsstruktur und einem irrationalen Nationalmythos. Dieser Doppelcharakter, der die Geschichte des japanischen Staats prägt, kulminierte in den ideengeschichtlichen und staatspolitischen Prozessen seit Eintritt in das westliche Staatensystem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Japans Modernisierungsbestrebung zu einem Staatsverständnis führte, dass untermauert war von einem die preußische Verfassung rezipierenden Konstitutionalismus einerseits und dem eigentümlichen, die theokratische Herrschaft des Tennō rechtfertigenden "kokutai"-Gedanken andererseits.


Dieser Band skizzieren den solcherart zwiespältigen Werdegang des japanischen Staatsverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert. Er vermittelt dem Leser einen eingehenden Hintergrund zu Entstehung, Zusammenbruch und Wiederaufstieg des Staates Japan in der Moderne.


Birgit Staemmler (Hg). Werden und Vergehen

Betrachtungen zu Geburt und Tod in japanischen Religionen. Berlin: Lit Verlag 2016. Reihe: BUNKA - WENHUA. Tübinger Ostasiatische Forschungen 24.

In dem Tagungsband sind die Beiträge des AJR-Jubiläumstreffens im Mai 2014 gesammelt. Weitere Informationen auf der Internetseite des Verlags.


Klaus Antoni. Kokutai – Political Shintō from Early-Modern to Contemporary Japan

Eberhard Karls Universität Tübingen: Tobias-lib 2016. ISBN 978-3-946552-00-0.

Bei diesem Titel handelt es sich um die durchgesehene und erweiterte englische Übersetzung (tr. Anthony De Pasquale et al.) des Buches Shintō und die Konzeption des japanischen Nationalwesens (kokutai). Der religiöse Traditionalismus in Neuzeit und Moderne Japans (Handbuch der Orientalistik, vol. V/ 8). Leiden: Brill 1998. ISBN 90-04-10316-3.

Die vielfältigen Diskussionen der letzten Jahre zum Thema Shintō wie auch die wachsende Relevanz dieses Problembereichs für die japanische Innen- wie Außenpolitik ließen gerechtfertigt erscheinen, die Publikation auch für ein internationales Publikum in englischer Sprache vorzulegen. Den Prinzipien des Open Access folgend wird das Buch von der Universität Tübingen unter einer permanenten Internetadresse zum freien Download bereitgehalten.


2015

Martina Ebi / Viktoria Eschbach-Szabo. Japanische Sprachwissenschaft

Eine Einführung für Japanologen und Linguisten. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag, 2015. ISBN 978-3-8233-6884-7.

Diese Einführung in die japanische Sprache und Sprachwissenschaft verbindet schulgrammatisches Wissen und neue Beschreibungsmodelle in anschaulicher und verständlicher Weise - vom Laut als der kleinsten sprachlichen Einheit bis hin zur situativen Verwendung wie der Höflichkeit.

Insbesondere Studierende der Japanologie können sich damit die grundlegenden Kenntnisse und Kompetenzen in der schriftlichen und der mündlichen Kommunikation aneignen. Aufgrund der Themen, des Umfangs und der anschaulichen Erklärungen eignet sich die Einführung bestens für den Unterricht in einem Semester. Lernende und Lehrende des Japanischen bekommen wichtige Impulse für das Selbststudium und den Unterricht. Aber auch japanologische Laien können ihre Kenntnisse über Sprache und Schrift erweitern.


Monika Schrimpf / Mira Sonntag (Hg). Gender Issues in Japanese Religions

Special Section of Journal of Religion in Japan 4 (2015), 95-239.

 

2014

Klaus Antoni / David Weiß (eds). Sources of Mythology

Ancient and Contemporary Myths. Proceedings of the Seventh Annual International Conference on Comparative Mythology (15-17 May 2013, Tübingen). Reihe: Religionswissenschaft: Forschung und Wissenschaft Bd. 12, 2014, 380 S., ISBN 978-3-643-90475-1

 

Myths are cultural and historical documents of extraordinary importance. Often they represent the oldest written relics still extant from a particular culture. They enable us to glimpse at the worldviews of ancient civilizations. Yet myths are more than mere relics of bygone times: they are still alive and continue to matter in present-day society.

 

This volume explores ancient and contemporary myths from diverse cultural backgrounds. Leading mythologists investigate the sources of mythology, providing an insight into the current state of research in the field of comparative mythology.


Yumiko Katō / Viktoria Eschbach-Szabo (Übersetzung). 「女がいる」

Translation of the Hungarian novel Egy nő by Peter Esterhazy into Japanese.

エステルハージ・ペーテル 「女がいる」 translated by Yumiko Katō and Viktoria Eschbach-Szabo in the series Ex Libris of the publishing house Hakusuisha 2014.

More informationen in Japanese on the publisher's website.


2013

Michael Wachutka. Kokugaku in Meiji-period Japan

The Modern Transformation of 'National Learning' and the Formation of Scholarly Societies (Leiden, Boston: Global Oriental, 2013).

 

Kokugaku in Meiji-period Japan offers a new perspective on scholarly networks and the foundations of modern Japan. Utilizing never explored original sources and with a unique focus on the persons involved, Michael Wachutka elucidates how kokugaku as a cornucopia of traditional knowledge played an important role in raising a new generation of truly national citizens. Commonly perceived as a purely premodern Edo-period phenomenon, 'national learning' counterbalanced an overly Westernization of society in the process of nation building and identity formation.

 

In addition to kokugaku activities in religious administration and higher education, Wachutka provides a compelling account of the organization and endeavour of three successive academic societies whose most prominent members served as junction of kokugaku’s intellectual network in Meiji Japan.


Alfred Nordheim und Klaus Antoni (Hg). Grenzüberschreitungen

Der Mensch im Spannungsfeld von Biologie, Kultur und Technik (Bielefeld: Transcript 2013)

Als Zeitzeugen erleben wir derzeit dramatische Verschiebungen gesellschaftlicher, religiöser und kultureller Strömungen, während sich gleichzeitig die Grenzen von Fachdisziplinen – besonders angetrieben durch naturwissenschaftliche Fortschritte – verflüssigen.

Das Buch ist dem brisanten Thema dieser »Grenzüberschreitungen« in den Wissenschaften gewidmet. Es vereint renommierte Autoren aus den Natur-, Medizin-, Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften in einem gemeinsamen Denkprozess, der die Entwicklungen anhand eines breiten Spektrums von Themenstellungen in seinen vielfältigen Facetten darstellt und problematisiert.


2012

Klaus Antoni. Kojiki – Aufzeichnung alter Begebenheiten

Aus dem Altjapanischen und Chinesischen übersetzt und herausgegeben von Klaus Antoni (Berlin: Verlag der Weltreligionen im Insel-Suhrkamp-Verlag 2012).

Das Kojiki ist das älteste überlieferte literarische Dokument Japans. Es wurde im Jahr 712 als Auftragsarbeit für den japanischen Hof angefertigt. Kaiser Tenmu-tenno wollte zur Vermeidung unrichtiger oder abweichender Überlieferungen das vorhandene Material an Mythen, Genealogien, Sagen und historischen Berichten sammeln, sichten und aufzeichnen lassen, um so eine »wahre« und verbindliche Geschichte des Altertums zu erhalten. Die Chronik beginnt mit der Schöpfung und führt zunächst über Berichte zur Theogonie und über Schilderungen aus dem Leben der Himmlischen zur Erdenfahrt des Enkels der Sonnengöttin und zur Geburt des späteren ersten Kaisers Jinmu. Im zweiten und dritten Buch wird die Reichsgeschichte bis zur Regierungszeit der Kaiserin Suiko (reg. 593-628) erzählt.

Jahrhundertelang stand das Kojiki im Schatten des etwas jüngeren Nihonshoki. Erst mit der Meiji-Restauration von 1868 und der Gründung des modernen, sich dabei aber völlig archaisch gebenden Kaiserreiches Japan erlangte das Kojiki die Position einer allgemein anerkannten »Bibel des Shinto«.