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10.11.2017 12:57

Der Mensch im Spiegel der Primatenforschung

CIN-Dialog 2017 geht dem Verhältnis von Mensch und Affe auf den Grund ‒ Expertinnen aus Verhaltensbiologie und Kulturwissenschaft führen öffentliches Streitgespräch

Menschen erforschen das Leben der Affen – aber wollen sie so den Menschen im Affen verstehen, oder den Affen im Menschen? Lernen wir dabei überhaupt etwas über Affen? Oder interpretieren wir uns selbst in unsere nächsten Verwandten hinein? Und was lernen wir über uns selbst, wenn wir Affen erforschen, in freier Wildbahn oder im Labor? Nur im (Streit?-)Gespräch der Disziplinen finden wir Antworten auf diese Fragen.

 

Die nahe Verwandtschaft macht Affen zu unseren „Sparringspartnern“ im Ringen um Erkenntnis. Auf grundsätzliche Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Tier sollen sie uns Antwort geben. Im Laborexperiment stellen wir ihnen dazu künstliche Aufgaben; die Verhaltensforschung in freier Wildbahn dagegen untersucht evolutionär gewachsenes, natürliches Verhalten. Beide Ansätze liefern Erkenntnisse, schaffen aber auch Probleme: Wie können wir unsere menschliche und auf menschliche Probleme fixierte Perspektive aufbrechen, und dabei noch etwas über uns selbst erfahren?

 

Der diesjährige CIN-Dialog, veranstaltet vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und dem Forum Scientiarum der Universität Tübingen, sucht nach Antworten im Beziehungsgeflecht zwischen uns und unseren engsten Verwandten. Das Thema wird im interdisziplinären Streitgespräch von einer Verhaltensbiologin und einer Kulturwissenschaftlerin sowie bei einem eintägigen Workshop diskutiert.

 

Das öffentliche Streitgespräch „Primate Science Fiction – Der Mensch im Spiegel der Primatenforschung. Perspektiven aus Natur- und Kulturwissenschaft” findet am Montag, den 20. November 2017, um 19 Uhr c.t., im Audimax der Universität Tübingen statt (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz). Der Eintritt ist frei.

Das Podium:

Julia Fischer ist Professorin für Primatenkognition an der Biologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen und Leiterin der Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Evolution von Kommunikation, Kognition und Sozialverhalten. Zusammen mit ihrem Team betreibt sie eine Feldstation im Senegal, wo sie freilebende Guineapaviane erforscht. Ihre Forschung machte sie in dem Buch „Affengesellschaft“ einem breiteren Publikum bekannt.

 

Julika Griem ist Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und leitet das Forschungskolleg „Schreibszene Frankfurt “. Seit dem Jahr 2016 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Eines ihrer Forschungsfelder, zu denen sie mehrere Bücher veröffentlicht hat, sind Affen als Figuren anthropologischer und ästhetischer Reflexion.

 

Der Abend wird moderiert von der Journalistin und Pressereferentin Jessica Staschen. Sie war Redakteurin verschiedener Wissenssendungen („Plietsch“, NDR; „W wie Wissen“, ARD) und schult unter anderem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Umgang mit Medien.

 

Begleitend findet am 20. November der internationale Workshop: „The Evolution of a Social Brain: Was können wir von nicht-menschlichen Primaten über den Menschen lernen?” statt. Es sprechen Dr. Claudio Tennie, Ur- und Frühgeschichte, Universität Tübingen; Dr. Arianna Ferrari, Ethik und Wissenschaftstheorie, Karlsruhe Institute of Technology (KIT); Dr. Daniel Hanus, MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig; Prof. Dr. Julia Fischer, Primatologie, Universität Göttingen und Deutsches Primatenzentrum und Prof. Dr. Julika Griem, Englische Literaturwissenschaft, Universität Frankfurt/M.

 

Weitere Informationen unter: www.cindialogues.uni-tuebingen.de

Kontakt:

Dr. Niels Weidtmann
Universität Tübingen
Forum Scientiarum
Wissenschaftlicher Leiter
Tel. +49 7071-40716-0
niels.weidtmann[at]fsci.uni-tuebingen.de

 

www.forum-scientiarum.uni-tuebingen.de

 

Dr. Paul Töbelmann
Universität Tübingen
Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)
Wissenschaftskommunikation
Tel.: +49 7071 29-89108
paul.toebelmann[at]cin.uni-tuebingen.de

www.cin.uni-tuebingen.de

 

 

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

 

Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

www.uni-tuebingen.de/aktuelles