Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2011: Studium und Lehre

Interview mit Oliver Schill, Geschäftsführer des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim

Oliver Schill, Geschäftsführer des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim. Foto: Anne Faden
Oliver Schill, Geschäftsführer des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim. Foto: Anne Faden

Vor vier Jahren fusionierten die Studentenwerke Tübingen und Hohenheim. Geschäftsführer Oliver Schill wurde im Dezember 2010 für eine weitere Amtszeit von sechs Jahren wiederbestellt. Im Interview mit Uni Tübingen aktuell zieht er eine erste Bilanz und berichtet über neue Angebote des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim.

Wie sieht ihre Bilanz nach vier Jahren Studentenwerk Tübingen-Hohenheim aus?


Die wirtschaftliche Lage des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim ist stabil. Trotz allgemeiner Preissteigerungen - etwa für Lebensmittel, Lohnkosten und Energie – musste das Studentenwerk nur moderate Preisanpassungen in den Bereichen Wohnen und Hochschulgastronomie vornehmen. Wir haben in Tübingen 63 neue Wohnheimplätze geschaffen und über 1.000 energetisch saniert. Der Studentenwerksbeitrag für die Studierenden in Tübingen wurde nicht erhöht. Studentenwerksintern ist die Belegschaft weiter zusammengewachsen.

Welche Themen und Projekte waren neben der Fusion die wichtigsten für das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim in den letzten vier Jahren?


Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an unseren Wohnheimen waren besonders wichtig. Langfristig kann so der Energieverbrauch in den Wohnheimen reduziert werden, gleichzeitig wurde die Wohnqualität in vielen Wohnheimen deutlich erhöht.


Die zügige Umsetzung der Sanierungen wurde auch durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung in Höhe von vier Millionen Euro allein für die Tübinger Wohnheime ermöglicht. Das Studentenwerk hat dabei insgesamt rund 13 Millionen Euro aus Eigenmitteln und Krediten in die Sanierung investiert.


Die Modernisierung der Mensa Morgenstelle in nur vier Monaten im Jahr 2009 war für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein großer Kraftakt, der sich jedoch gelohnt hat.


Zur Verbesserung unseres Services in der BAföG-Beratung und -antragsbearbeitung wurde unter wissenschaftlicher Begleitung eine E-Mail-gestützte Befragung von BAföG-Antragstellern vorgenommen.


Welche konkreten Verbesserungen konnten in jüngster Zeit für die Studierenden erreicht werden?


Durch die Modernisierung der Mensa Morgenstelle haben unsere Gäste dort nun eine deutlich größere Auswahl an Essen, kürzere Wartezeiten und einen optisch ansprechenden Ausgabebereich erhalten. Kinder von Studierenden erhalten auf Wunsch täglich ein kostenloses Essen in unseren Mensen.


Mit der Einrichtung eines neuen BAföG-Info-Points im Foyer der Mensa Wilhelmstraße haben wir eine zusätzliche Servicestelle geschaffen, bei der Studierende - quasi auf dem Weg zum Mittagessen - BAföG-Anträge abgeben und sich von unseren Mitarbeiterinnen beraten lassen können.


Die Umstellung von ca. 1750 Wohnheimzimmern auf Strom aus Wasserkraft wurde von unseren Bewohnern sehr positiv aufgenommen. Besitzer des naldo-Semestertickets können seit dem Sommersemester 2010 ein Anschluss-Studi-Ticket des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS)  kaufen, das deutlich günstiger ist als sechs einzelne Monatstickets. Dies bedeutet für Tübinger Studierende, die pendeln oder die ein Praktikum im Großraum Stuttgart machen, eine große Ersparnis. Das Studentenwerk hat hierfür mit den Verkehrsbünden erfolgreich Verhandlungen geführt.

Welche Projekte und Ziele haben für Sie in den nächsten vier Jahren oberste Priorität?


Der Neubau oder die Sanierung der Mensa Wilhelmstraße wird in den kommenden Jahren ein zentrales Thema sein. Wir favorisieren aus wirtschaftlichen Gründen einen Neubau, die Entscheidung liegt hier jedoch beim Land Baden-Württemberg als Eigentümer des Gebäudes. Wir hoffen, dass in den zuständigen Ministerien bald eine Entscheidung fällt. Die weitere energetische Sanierung und damit die Bestandssicherung der Wohnheimplätze ist eine Daueraufgabe.

Wie bereitet sich das Studentenwerk auf den doppelten Abi-Jahrgang 2012 vor?


 Unsere Einrichtungen am Standort Tübingen sind gut auf den erwarteten Zuwachs von ca. 1000 Studierenden eingerichtet. Die vorhandenen Kapazitäten werden unserer Einschätzung nach ausreichen. Wir werden im Bereich der Wohnheimplätze kurzfristig keine zusätzlichen Wohnheime bauen. Die Sanierungen in den größten Wohnanlagen in Tübingen, im Studentendorf Waldhäuser Ost und im Französischen Viertel, sind abgeschlossen. Alle unsere 3675 Wohnheimplätze in Tübingen werden dem studentischen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Die Mensa Morgenstelle ist nach der Sanierung mit ihrem neuen großen Ausgabebereich und der leistungsfähigeren Küche gut auf mehr Gäste eingerichtet. In der Universitätsbibliothek beginnen wir noch dieses Jahr mit dem Bau einer neuen Cafeteria. Ein Problem ist die Mensa Wilhelmstraße. Sollte es hier tatsächlich zu einer Sanierung bei laufendem Betrieb kommen, werden sich die Mensabesucher im Talbereich längerfristig auf Einschränkungen und auf Übergangslösungen - etwa eine Essensausgabe im Zelt - einstellen müssen.

Welche Neuigkeiten gibt es zum jetzigen Semesteranfang vom Studentenwerk Tübingen-Hohenheim?

Neu: Online-Bewerbung für Wohnheimplätze und ab Mai veganes Mensa - Essen


Die Bewerbung für ein Wohnheimzimmer kann über unsere Homepage www.my-stuwe.de ab sofort komplett online abgewickelt werden. Das Online-Bewerbungsverfahren bietet große Vorteile. Da die Eingabe der Adressen der Bewerber nicht mehr von Hand erfolgt, können die Zimmerangebote unsererseits schneller erfolgen. Das Online-Bewerbungsformular steht auch auf Englisch zur Verfügung. Die Papier-Antragsformulare wurden abgeschafft.


In unseren drei Mensen in Tübingen wird es ab Mai immer donnerstags ein veganes Essen geben. Unsere Köchinnen und Köche haben sich in einem Theorie- und Praxisseminar entsprechend fortgebildet. In den Mensen Wilhelmstraße und Morgenstelle wird das vegane Gericht donnerstags an Stelle des vegetarischen Alternativessens angeboten. In der Mensa Prinz Karl wird eine Hauptkomponente vegan sein. Mit diesem neuen Angebot kommen wir dem Wunsch von Studierenden nach und möchten die Auswahl in unseren Mensen damit erweitern.