Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 5/2012: Forschung

Industry on Campus: Startschuss für die Umsetzung des Zukunftskonzepts

Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung

Nach der Vertragsunterzeichnung (von links): Dr. Harald Stallforth (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG), Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel (Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG), Professor Dr. Herbert Müther (Prorektor für Forschung der Universität Tübingen) und Professor Dr. Ingo Autenrieth (Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen). Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen
Nach der Vertragsunterzeichnung (von links): Dr. Harald Stallforth (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG), Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel (Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG), Professor Dr. Herbert Müther (Prorektor für Forschung der Universität Tübingen) und Professor Dr. Ingo Autenrieth (Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen). Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Die Universität Tübingen und die Aesculap AG haben im November eine Kooperationsvereinbarung für die erste „Industry on Campus“-Professur nach dem Modell der Universität Tübingen unterzeichnet: Bei dieser neuen Form der Kooperation ist ein Wissenschaftler des Unternehmens mit etwa der Hälfte seiner Arbeitszeit an der Universität Tübingen beschäftigt. Der Biologe Dr. Boris Hofmann, Applikationsentwickler bei Aesculap, ist seit dem 1. Oktober 2012 auch im Institut für Angewandte Physik der Universität Tübingen in Forschung und Lehre tätig. Bei einem offiziellen Termin im Kleinen Senatssaal unterzeichneten Prorektor Professor Dr. Herbert Müther und Professor Dr. Ingo Autenrieth, Dekan der Medizinischen Fakultät, den Kooperationsvertrag gemeinsam mit Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel, dem Vorstandsvorsitzenden der Aesculap AG, und Dr. Harald Stallforth, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Aesculap AG. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Dienstleistungen für chirurgische und interventionelle Kernprozesse der operativen Medizin.

 

„Wir freuen uns, nach dem Erfolg bei der Exzellenzinitiative mit der Industry on Campus-Professur einen Startschuss für die Umsetzung des Zukunftskonzepts setzen zu können. Dieses Kooperationsmodell ist eine wichtige Komponente des Zukunftskonzepts, da es Wissenschaftler aus der Industrie in die Universität einbindet und so der Austausch gefördert wird“, erklärte Prorektor Müther. „Das Thema Medizintechnik liegt in unserer Region dabei nahe.“ Hintergrund sei auch, dass die Universität ihre Grundlagenforschung noch mehr in den Dienst der Gesellschaft rücken wolle. Der Aesculap-Vorstandsvorsitzende Knaebel ergänzte: „Uns liegt sehr viel an diesem Konzept, da es die anwendungsorientierte Forschung der Industrie mit der grundlagenorientierten Forschung der Universität Tübingen verbindet. Ziel aller Beteiligten ist der Erkenntnisgewinn und hier ergänzen wir uns geradezu komplementär. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

 

Mit der Einrichtung der „Industry on Campus“-Professur sieht die Universität eine besondere Chance, die Kompetenz außeruniversitärer Experten in Forschung und Lehre praxisnah einzubinden. Während Industriepartner ihren Beitrag durch partielle Freistellung ihrer Mitarbeiter leisten, unterstützt die Universität die Projekte an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung durch eine angemessene Ausstattung. Gemeinsam mit Grundlagenforschern der Universität Tübingen sollen die „Industry on Campus“-Professuren grundlegende Fragestellungen im Vorfeld industrieller Anwendung untersuchen.

Antje Karbe und Johannes Baral