Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 5/2012: Forschung

Forschungsmeldungen

Neues EU-Projekt zu Diagnose und Therapie seltener Erkrankungen

Im Oktober ist das EU-Projekt „Neuromics“ gestartet: Das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik der Universität Tübingen und 18 Partner aus acht europäischen Ländern, den USA und Australien erforschen hier seltene neurodegenerative und neuromuskuläre Erkrankungen. Insgesamt zwölf Millionen Euro stellt die Europäische Union die kommenden fünf Jahre zur Verfügung, um auf dem Gebiet der Erforschung seltener Erkrankungen Maßstäbe zu setzen. Unter Koordination von Institutsdirektor Professor Dr. Olaf Riess setzen hier akademische Institute und privatwirtschaftliche Unternehmen in Zusammenarbeit auf modernste Technologien, um die Diagnostik zu revolutionieren und Therapien zu entwickeln, die auf Krankheitsmechanismen beruhen.

 

Etwa 500.000 Patienten sind in Europa von diesen Erkrankungen betroffen. Für zehn Erkrankungen bzw. Erkrankungsgruppen wie Ataxie, spastische Paraplegie, Morbus Huntington, Muskeldystrophie oder spinale Muskelatrophie will Neuromics Ergebnisse erreichen, die sofort in der Klinik angewendet werden können und somit unmittelbaren Nutzen für die Patienten schaffen.

Kontakt:

Dr. Holm Graessner, Management des Neuromics Projektes
Medizinische Fakultät
Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik und Zentrum für Seltene Erkrankungen
Tel. +49 7071 29-85942
holm.graessner[at]med.uni-tuebingen.de

   

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DFG-Graduiertenkolleg untersucht „Ambiguität: Produktion und Rezeption“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat an der Universität Tübingen das Graduiertenkolleg „Ambiguität: Produktion und Rezeption“ (GRK 1808) bewilligt. Doktoranden aus den Fachbereichen Anglistik, Germanistik, Romanistik, Klassische Philologie, Medienwissenschaft, Psychologie, Allgemeine Rhetorik, Evangelische Theologie und Jura erforschen hier Aspekte der Mehrdeutigkeit. Das GRK arbeitet zudem mit dem Zentrum für Ethik in den Wissenschaften zusammen.

 

Das Forschungsprogramm verbindet die Untersuchung des sprachlichen Systems in der Linguistik mit der Untersuchung jener Äußerungen, die den Gegenstand der anderen Fächer bilden, beispielsweise literarische Texte, Gesetze, biblische Texte, Reden oder auch Alltagskommunikation. Es wird dabei mögliche Strategien von Sprechern und Hörern oder Lesern berücksichtigen: So können Sprecher absichtlich mehrdeutig sein (z.B. um Konflikte zu vermeiden), aber auch ein Hörer kann etwas bewusst mehrdeutig verstehen. Diese Verbindung von Sprecher- und Hörerseite, strategischem und nichtstrategischem Vorgehen, synchroner und diachroner Perspektive führt zu innovativen Ansätzen.

 

Das Graduiertenkolleg wird für zunächst viereinhalb Jahre mit mehr als drei Millionen Euro unterstützt, Sprecher ist Professor Dr. Matthias Bauer vom Englischen Seminar.

 

Homepage: http://www.uni-tuebingen.de/de/34380

Kontakt:

Prof. Dr. Matthias Bauer
Philosophische Fakultät
Englisches Seminar
Telefon +49 7071 29-78469 oder 29-78459
m.bauer[at]uni-tuebingen.de

   

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Akademie-Projekt: Die Weltchronik des Johannes Malalas wird endlich erschlossen

In das Akademien-Programm 2012 der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften wurde ein langfristiges Forschungsvorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen neu aufgenommen. Unter Leitung des Tübinger Althistorikers Professor Dr. Mischa Meier soll in einem Zeitraum von zwölf Jahren ein historisch-philologischer Kommentar zur Weltchronik des byzantinischen Historiographen Johannes Malalas (geboren um 490 n. Chr.) erarbeitet werden, der diesen Text der Wissenschaft und einem interessierten Publikum erstmals vollständig erschließt. Das Projekt wird ab 2013 mit jährlich etwa 220.000 Euro gefördert.

 

Die Weltchronik stellt das früheste erhaltene Beispiel einer byzantinischen Weltchronik dar, also einer historiographischen Gattung, die auch andere mittelalterliche und spätere Formen von Geschichtsschreibung nachhaltig prägte. Der Umgang, den man im ‚byzantinischen Jahrtausend‘ mit Geschichte pflegte, lässt sich an der Chronik des Johannes Malalas exemplarisch studieren. Das Werk ist zudem wichtig für die Rekonstruktion der Ereignis- und Politikgeschichte, aber auch für mentalitäten-, kultur- und religionsgeschichtliche Fragestellungen. Es ist geplant, den Kommentar zunächst im Internet zu veröffentlichen und dort ständig zu ergänzen.

Kontakt:

Prof. Dr. Mischa Meier
Philosophische Fakultät
Seminar für Alte Geschichte
Telefon +49 7071 29-78520
mischa.meier[at]uni-tuebingen.de

   

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Hervorragende Ergebnisse für Anglisten und Amerikanisten der Universität Tübingen im neuen Forschungsrating des Wissenschaftsrats

In einem Forschungsrating des Wissenschaftsrats haben die Fächer des Englischen Seminars der Universität Tübingen in nahezu allen Kriterien „sehr gute“ bis „herausragende“ Beurteilungen erhalten. Damit gehören sowohl die drei Einzelfächer als auch das Englische Seminar insgesamt zu den führenden Einrichtungen im nationalen Vergleich.

 

Im Rahmen des neu entwickelten Ratings hatte der Wissenschaftsrat an insgesamt 60 Hochschulen die Fächer Anglistische Sprachwissenschaft, Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft sowie das Fach Amerikastudien evaluiert. Maßgeblich für das Pilotprojekt, das dieses Jahr erstmals für ein geisteswissenschaftliches Fach erprobt wurde, waren die vier Kategorien „Forschungsqualität“, „Reputation“, „Forschungsermöglichung“ und „Transfer an außeruniversitäre Adressaten.“ 

 

Dem Evaluationsverfahren des Wissenschaftsrates kommt eine besondere Bedeutung zu, da sehr viel differenziertere Bewertungskriterien angelegt wurden als bei anderen gängigen Evaluationsverfahren; zudem kombiniert es qualitative mit quantitativen Daten.


Das Forschungsrating im Internet: www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/2756-12.pdf

Kontakt:

Prof. Dr. Ingrid Hotz-Davies
Philosophische Fakultät
Direktorin des Englischen Seminars
ingrid.hotz-davies[at]uni-tuebingen.de
Telefon: +49 7071 29-75254

   

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