Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 5/2012: Forum

„100 – 50 – 10“ - Universitätsbibliothek Tübingen feiert drei Jubiläen

Jubiläumsausstellung am 100. Jahrestag der Einweihung des Bonatzbaus feierlich eröffnet

Die Ausstellung erstreckt sich über die gesamte Universitätsbibliothek.
Die Ausstellung erstreckt sich über die gesamte Universitätsbibliothek.
Fotos: Friedhelm Albrecht
Fotos: Friedhelm Albrecht

Gleich drei Jubiläen kann die Universitätsbibliothek Tübingen im Jahr 2012 begehen: Vor 100 Jahren am 21. November 1912 wurde das älteste eigene Bibliotheksgebäude seiner Bestimmung übergeben - der „Bonatzbau“ trägt den Namen seines Architekten Paul Bonatz (1877 – 1956). Fünfzig Jahre später folgte das Hauptgebäude, mit dem die Universitätsbibliothek Tübingen (UB) architektonisch in der Moderne angekommen ist. Vor genau zehn Jahren im Jahr 2002 konnte schließlich der Ammerbau, das jüngste Gebäude des Bibliotheks-Ensembles zwischen Wilhelmstraße und Brunnenstraße, bezogen werden. Dort bietet die UB unter anderem einen großen Freihandbereich und ein differenziertes Arbeitsplatzangebot.  


Mit der Jubiläumsausstellung „100 – 50 – 10“, die genau am 100. Jahrestag der Einweihung des Bonatzbaus feierlich eröffnet wurde, lädt die Universitätsbibliothek Tübingen jetzt dazu ein, ihre bauliche Entstehung, Entwicklung und Erweiterung bei einem Gang durch die Gebäude nachzuvollziehen.


Doch geht es in der Ausstellung nicht nur um Bau und Architektur: Bibliotheksgebäude sind vor allem auch Zweckbauten. Sie spiegeln die Aufgaben und das Funktionieren einer Bibliothek in der jeweiligen Zeit wieder. Schon immer hatte die Universitätsbibliothek die zentrale Rolle der Literatur- und Informationsversorgung der Universität Tübingen inne. Diese Rolle hat sich vor allem in den letzten 20 Jahren stark verändert: War eine Bibliothek früher in erster Linie „Bücherhort“, hat sie sich mit dem Aufkommen elektronischer Medien und Online-Angeboten zur „hybriden Bibliothek“ gewandelt.


Neue Technologien haben die bibliothekarische Arbeit und auch die Bibliotheksnutzung verändert: Online-Kataloge ersetzen Zettelkataloge, die automatische Buchbestellung das handschriftliche Ausfüllen von Leihscheinen und der Zugang zum Buch wird durch große Freihandbereiche erleichtert. Die unterschiedlichen Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer haben auch das Arbeitsplatzangebot verändert: Es gibt ihn noch, den klassischen Lesesaal, aber neben ruhigen Lernbereichen sind unterschiedliche Arten von Gruppenarbeitsplätzen für diskutierende Lern- und Studiengruppen entstanden.


Dieser Wandel der bibliothekarischen Arbeit und in der Nutzung der Bibliothek ist das zweite große Thema, das die Ausstellung jeweils im zeitlich passenden Gebäudekontext entfaltet. Ältere Leser werden in den ausgestellten Fotos, Dokumenten und Apparaten so manches aus früheren UB-Besuchen wiederentdecken. Wer nur die heutige „Uni-Bib“ kennt, kann sich in der Ausstellung auf eine Zeitreise in die bibliothekarische Vergangenheit begeben.
Auch in den nächsten Jahren wird sich die Universitätsbibliothek ständig verändern, um der Dynamik der Wandlung von Medien, Wissensorganisation und den IT-gestützten Lern- und Arbeitsformen gerecht zu werden. In ihrer Ausstellung gibt die UB einen Eindruck davon, wie sie unter den jeweiligen zeitgenössischen Bedingungen gute Dienstleistungen für Wissenschaft, Studium und Lehre erbracht hat.


Die Ausstellung beginnt im Foyer des Bonatzbaus und erstreckt sich durch alle Gebäude. Sie ist noch bis zum 28. Februar 2013 zu sehen und von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Zur Ausstellung ist eine gleichnamige Begleitpublikation mit zahlreichen Bildern und Texten erschienen. Sie ist zum Preis von 10,00 Euro an der Info-Theke der UB zu erwerben. 

Marianne Dörr