Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 5/2012: Leute

Die Nähe zwischen Theorie und Praxis

Die Tübinger Professorin Susanne Marschall wurde zur Professorin des Jahres gekürt

Prof. Dr. Susanne Marschall. Foto: Privat
Prof. Dr. Susanne Marschall. Foto: Privat

Eine der besten Professorinnen Deutschlands lehrt in Tübingen: Professor Dr. Susanne Marschall wurde vom Absolventenmagazin UNICUM BERUF zur Professorin des Jahres in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften gekürt. Die Medienwissenschaftlerin wurde vor allem für ihre praxisorientierten Lehrangebote ausgezeichnet.


„In der Medienwissenschaft sind Theorie und Praxis eng aufeinander bezogen“, sagt Susanne Marschall. Der Herausforderung, die diese Besonderheit der Medienwissenschaft ihr und den Studierenden stellt, begegnet sie mittels eines besonderen Lehrformats: Lehrforschungsprojekten. Ein Dokumentarfilm über die Trickfilmpionierin Lotte Reiniger, der inzwischen auf ARTE lief und bei internationalen Festivals gezeigt wird, entstand in genau so einem Lehrforschungsprojekt.


Ausgangspunkt waren filmhistorische und filmpraktische Seminare. Als Gastdozenten konnte Marschall unter anderem Produzenten, Komponisten und Cutter gewinnen. Dadurch  wiederum war es den Studierenden möglich, wertvolle Kontakte knüpfen, die sie für die Suche nach Praktikumsplätzen nutzten. Mit dem gleichen Ziel wurde das Projekt auf dem Ludwigsburger Branchentreff „Dokville“ vorgestellt.


Besonders wichtig ist Susanne Marschall auch, ihren Studierenden Kompetenzen mitzugeben, die über die Medienwissenschaft hinausgehen. „Ich fördere im Besonderen die konzeptionellen Fähigkeiten der Studierenden, Kreativität, eigenverantwortliches Handeln und kritisches Denken“, sagt die Professorin. Außerdem ist ihr die internationale Kompetenz wichtig.


Auch ihre Absolventen unterstützt Marschall. Schon die Teilnahme an einem Projekt wie der Lotte Reiniger-Dokumentation sieht im Lebenslauf gut aus. Außerdem lädt sie in jeden Kurs ebenfalls Gastdozenten ein, die über die konkreten Anforderungen des Arbeitsmarkts sprechen. Sie hilft mit ihren Kontakten bei der Suche nach Arbeitsplätzen, bemüht sich um Stipendien oder eben auch mal um eine Kinderbetreuung. Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, dass der Imagefilm der Universität Tübingen von Absolventen produziert wird. „Ich verstehe mich stets auch als Ansprechpartnerin für Fragen der individuellen Karriereplanung“, sagt Marschall.


Susanne Marschall kam 2010 von der Universität Mainz an die Universität Tübingen. Sie ist Professorin für Medienwissenschaft mit den Schwerpunkten Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen. In ihren Forschungsschwerpunkten beschäftigt sie sich unter anderem mit Film- und Fernsehtheorie, Transkulturalität des Kinos, Tanz und Kostümdramaturgie.

Jörg Schäfer