Im Editorial zum ersten Heft der Internet-Zeitschrift »Ethik und Gesellschaft« wurde die Intention der – damals mehrheitlich noch an ihren Promotionen oder Habilitationen arbeitenden – Herausgeber und RedakteurInnen angesprochen:
Das Interesse an einer auf der Basis von Gerechtig-keits-, Solidaritäts- und Anerkennungsprinzipien gesell-schaftskritischen, dabei sozial-wissenschaftlich informierten und zudem ökumenisch ausgerichteten wissenschaftlichen Plattform, die gerade auch für NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen offen stehen soll. In dieser Ausschreibung ist »Kritik« zwar nicht der einzige, aber doch ein zentraler Begriff.

 

Zum zehnjährigen Jubiläum von »Ethik und Gesellschaft« wurden ausdrücklich jüngere WissenschaftlerInnen, vor allem also DoktoranndInnen oder PostDocs gebeten, ihre Sicht auf die Rolle von Kritik in der Sozialethik vorzustellen: Wie kritisch hat eine Sozialethik zu sein? Und welche Art von Kritik hat sie zu betreiben. Mit welchem Verständnis von Kritik ist sie gegenüber wem kritisch? Die in diesem Themenheft veröffentlichten Beiträge zeigen, dass auch der nächsten Generation von wissenschaftlichen SozialethikerInnen in beiden Konfessionen die Lust auf und der Mut zur Kritik nicht verlorengegangen ist. Von daher kann »Ethik und Gesellschaft« gelassen in ein zweites Jahrzehnt gehen.

 

Redaktion: Torsten Meireis und Matthias Möhring-Hesse

 

 

 


Universitärer Aktionstag #4genderstudies

 

Am 18.12.2017 findet der universitäre Aktionstag #4genderstudies statt. Wissenschaftler_innen sind aufgerufen, auf die Vielfalt und Bedeutung von Genderstudies hinzuweisen. Auf feinschwarz.net übernehmen das vier Tübinger Professor_innen Matthias Möhring-Hesse (Theologische Ethik/Sozialethik), Regina Ammicht-Quinn (Theologische Ethik), Ruth Scoralick, (Exegese Altes Testament) und Michael Schüßler (Praktische Theologie). www.feinschwarz.net;

 

 

 


Promotionskolleg "Rechtspopulistische Sozialpolitik und exkludierende Solidarität"

Mit Förderung durch die

Hans-Böckler-Stiftung

wurde an der
Universität Tübingen ein Promotionskolleg "Rechtspopulistische
Sozialpolitik und exkludierende Solidarität" eingerichtet.

Mit zeitlicher Verzögerung ist der Rechtspopulismus auch in der
Bundesrepublik »hochgekommen«. Zunächst einmal ist der
Rechtspopulismus ein politischer Sachverhalt: Neue Akteure mit
besonderen Ideologien und Politikstilen treten auf; mit diesen
verändern sich die politischen Konstellationen und die vielfach medial
ausgetragenen Kontroversen. Zugleich ist der Rechtspopulismus auch ein
gesellschaftlicher Sachverhalt: In den rechtspopulistischen
Strömungen, Bewegungen und Parteien, in ihren Themen und den von ihnen
abgegriffenen Überzeugungen und Emotionen drücken sich
gesellschaftliche Veränderungen aus, werden diese Veränderungen
verarbeitet – und vollzieht sich gesellschaftlicher Wandel.

In dem neu eingerichteten Promotionskolleg werden die sich im
Rechtspopulismus ausdrückende, von dieser Seite aber auch betriebene
exkludierende Solidarität untersucht: Gesellschaftliche Solidaritäten
sind eine für moderne Gesellschaften konstitutive Beziehungsform – und
insbesondere für die Wohlfahrtsstaaten und der auf sie bezogenen
Sozialpolitiken eine notwendige Grundlage. Von daher ist die sich im
Rechtspopulismus ausdrückende Veränderung gesellschaftlicher
Solidaritätsverhältnisse in Richtung exkludierender Solidarität auch
für die sozialstaatliche Gestaltung und Absicherung der
Lebensverhältnisse, des über den Wohlfahrtsstaat laufenden »sozialen
Ausgleichs« und der von ihm gewährleisteten sozialen Infrastruktur
relevant. Daher wird in dem Promotionskolleg untersucht, welche Formen
der Solidarität im Rechtspopulismus programmatisch wie politisch
adressiert werden und ob, in welchem Maße und mit welchen Wirkungen
sie – befördert durch mediale Berichterstattung und mittels
Mediengebrauch im Rechtspopulismus – gesellschaftlichen Widerhall
finden. Für die besondere Situation der Bundesrepublik soll untersucht
werden, wie die Ursachen und Effekte der sich im Rechtspopulismus
ausdrückenden exkludierenden Solidarität mit der Entwicklung des
bundesdeutschen Wohlfahrtsstaats verbunden sind, – und sollen mögliche
Auswirkungen auf die weitere Entwicklung wohlfahrtsstaatlicher Politik
antizipiert werden.

Der Rechtspopulismus stößt auf politischen Widerspruch – und dies auch
wegen der Exklusivität der von ihm vertretenen Solidarität und der
damit verbundenen Ausgrenzungen und Abwertungen. Was der
exkludierenden Solidarität in diesem Widerspruch an widerstreitenden
und alternativen Solidaritäten entgegengesetzt wird, wird ebenfalls im
Rahmen des Kollegs untersucht.

Im Rahmen des Kollegs wurden acht Promotionsstipendien eingerichtet.
Bewerben können sich Promovierende aus allen Fächern mit Bezug auf das
Thema des Kollegs. Die Bewerbungsfrist endet am 2.1.2018. Über das
Konzept des Kollegs und über das Bewerbungsverfanren informiert die
Homepage des Kollegs www.promotionskolleg-rechtspopulismus.net.

 

 

 

 


Neue Veröffentlichung (Prof. Möhring-Hesse, gemeinsam mit Torsten Meireis)

 

Meireis, Torsten/Möhring-Hesse, Matthias (2017): Sozialpolitik als Thema der Sozialethik in den christlichen Theologien, in: Deutsche Rentenversicherung, Nr. 2, S. 135–162.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Neue Veröffentlichung (Prof. Möhring-Hesse)

 

Möhring-Hesse, Matthias (2017): How does the Christian Faith Enter Politics – and What Does it Do There? »Faith-based politics« after the Seperation between Politics and Religion, in: Meireis, Torsten/ Schieder, Rolf (Hg.): Religion and Democracy. Studies in Public Theology (Ethik und Gesellschaft Bd. 3), Baden-Baden: Nomos, S. 101–117.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Lehrstuhl für Theologische Ethik/Sozialethik

Kath.-theol. Fakultät
Liebermeisterstraße 12
Zimmer 2-4
72076 Tübingen


Telefon: 07071/29-78071
Telefax: 07071/29-5033


Öffnungszeiten des Sekretariats:
Mo - Fr, 8.00-12.00


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