Forschung
Schwerpunkt
Am Seminar für Zeitgeschichte werden deutsche, westeuropäische und nordamerikanische Geschichte im Verbund behandelt. Dadurch bildet die transatlantische Dimension der nationalen Geschichte(n) einen besonderen Schwerpunkt.
Lehrstuhl für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte
Entsprechend unserem Verständnis von Zeitgeschichte umfassen Forschung und Lehre das gesamte 20. Jahrhundert, vom späten 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Regional konzentrieren wir uns auf die deutsche und westeuropäische Geschichte sowie die Geschichte der transatlantischen Beziehungen.
Unser methodischer Ansatz zielt auf eine Neue Ideengeschichte, die von den sozialökonomischen und politischen Ordnungen her konzipiert ist. Wir kontrastieren Kontinuitätslinien und Zäsuren, was es uns erlaubt, einerseits die traditionellen, auf die deutsche Geschichte bezogenen Zeitabschnitte (Erster Weltkrieg, Weimar, Drittes Reich, usw.) durchaus zu berücksichtigen, sie aber andererseits stets in die Zusammenhänge der weiter gespannten, transnationalen Entwicklungen einzuordnen.
Thematische Schwerpunkte bilden einerseits Studien zu Krieg und Gesellschaft im 20. Jahrhundert, im Rahmen des interdisziplinären Sonderforschungsbereichs Kriegserfahrungen, andererseits Forschungen zur Ideen- und Gesellschaftsgeschichte der zweiten Nachkriegszeit. Anknüpfend an die Westernisierungs-Studien zur politisch-ideellen Entwicklung von 1945 bis 1970 wird unter dem Arbeitstitel "Nach dem Boom" gegenwärtig ein Forschungsprojekt vorbereitet, das darauf zielt, den Wandel europäischer Industriegesellschaften im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts historisch zu fassen.
Professur für Nordamerikanische Geschichte
Der gegenwärtige Forschungsschwerpunkt der Professur für Nordamerikanische Geschichte liegt im Bereich der US-Außen- und Sicherheitspolitik des 20. Jahrhunderts und der Untersuchung amerikanischer "Kriegserfahrungen" im Rahmen des Tübinger Sonderforschungsbereichs. Im Zentrum der derzeit entstehenden Einzelanalysen steht die gesellschaftliche Dimension der Außen- und Sicherheitspolitik. Welche Folgen haben Kriege für die amerikanische Gesellschaft und für das nationale Selbstverständnis des Landes? In der Planung befindet sich derzeit das Projekt "Imagining America" zur Geschichte der Wahrnehmung Amerikas durch die Intellektuellen des Landes seit dem 17. Jahrhundert.
Forschungsverbund "Nach dem Boom"
Der seit 2009 von der DFG geförderte Forschungsverbund Nach dem Boom ist ein gemeinsames Projekt des Seminars für Zeitgeschichte der Universität Tübingen und des Fachbereichs Neuere und Neueste Geschichte der Universität Trier. Im Zentrum unseres Interesses steht die Genese der Herausforderungen der Gegenwart in den drei Jahrzehnten nach dem Ende der stabilen, von einem singulären Wirtschaftswachstum gekennzeichneten Nachkriegsordnung. Wir betrachten die Entstehung eines neuen Produktionsregimes, des globalen, digitalen Finanzmarktkapitalismus, der den Fordismus ablöste. Wir gehen von der Annahme aus, dass diese Ablösung in einem kumulativen Strukturbruch mündete und von einem revolutionären Wandel des westeuropäischen „keynesianischen-konsensualen“ Gesellschaftsmodells begleitet wurde. An dessen Stelle trat ein neues „neoliberales“ Verständnis der Gesellschaft, der politökonomischen Normen und kulturellen Orientierungsmuster, deren Herausbildung in den einzelnen Projekten untersucht wird.
Zur offiziellen Webseite des Forschungsverbundes "Nach dem Boom".
Forschungsprojekt "Public Context of Science"
In einer Kooperation zwischen der Universität Tübingen und der University of California, Los Angeles (UCLA) untersuchen der Historiker Axel Jansen und der Soziologe Andreas Franzmann ab Oktober 2011 die Veränderungen, die sich im Spannungsfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit für einzelne Fachkulturen seit etwa 1970 ergeben haben. Beleuchtet werden soll das konkrete Handeln von Wissenschaftlern und Journalisten anhand typischer Veränderungen beider Berufe im Kontext des Strukturwandels der Öffentlichkeit in den USA und Deutschland. Vier Forschungsfelder und ihre öffentliche Rezeption werden untersucht: Astrophysik, Stammzellenforschung, Islamwissenschaft und Psychotraumatologie. Als Material dienen Interviews und historische Dokumente, die mit den methodischen Verfahren der Objektiven Hermeneutik (Sequenzanalyse) ausgewertet werden. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung gefördert.
Die mediale Vermittlung unserer Forschungen in der Lehre wird ermöglicht durch die stete Unterstützung des Fördervereins Geschichte an der Universität Tübingen e. V.


