Nora Gomringer wurde 1980 in Neunkirchen/Saar geboren. Sie studierte Amerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Bamberg, wo sie lebt und arbeitet – als eine der prominentesten und erfolgreichsten Lyrikerinnen und Performance-Poetinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Seit 2000 ist Gomringer als Schriftstellerin, Spoken-Word-Poetin, Publizistin, Kulturvermittlerin und Filmemacherin tätig und publizierte bislang neun Lyrikbände, zwei Essaysammlungen sowie zahlreiche Einzelveröffentlichungen, darunter neben Kurzgeschichten und Sprechtexten auch Texte für Radio, Fernsehen und Feuilleton, Opernlibretti und Theaterarbeiten wie das Theaterstück „OINKONOMY“. Ihr Debüt Gedichte erschien 2000, darauf folgten u. a. Monster Poems (2013), Moden (2017) und Gottesanbieterin (2020). „Mit Nora Gomringer ist eine sprachbesessene Poetin in die betuliche Welt deutschsprachiger Lyrik eingebrochen. Die Performancekünstlerin vereint eine mitreißende Vortragsweise mit intelligenten Wortneuschöpfungen zu einer neuen Dichtform, die Spaß macht“, so Manfred Gram (The Gap). Zuletzt erschien ihr erster Prosaband Am Meerschwein übt das Kind den Tod. Ein Nachrough (2025), ein Trauer- und Erinnerungsbuch über ihre verstorbene Mutter: „Ich schreibe ihr hinterher als vermissende Tochter, als wütende Frau, als verstummte Dichterin“, so Gomringer.
Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit ist Nora Gomringer auch musikalisch tätig – als Jazzsängerin veröffentlichte sie mit ihrem Duopartner Philipp Scholz die Jazzalben Peng Peng Peng (2017) und Peng PENG Parker (2019) – und widmet sich der künstlerischen Zusammenarbeit in Literatur, Bildender Kunst und Musik, bspw. mit der A-cappella-Formation Wortart Ensemble. 2001 bis 2006 gestaltete Gomringer die Poetry-Slam-Szene in Deutschland aktiv mit. Gastprofessuren und Stipendien führten sie nach Sheffield, Koblenz/Landau, Oberlin/Ohio, Kyoto, New York und Novosibirsk. Seit 2010 leitet sie das ‚Internationale Künstlerhaus Villa Concordia‘ in Bamberg.
Gomringers Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter ins Englische, Französische, Spanische, Belarussische, Schwedische und Vietnamesische, und mit vielen Preisen geehrt, darunter der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache (2011), der Joachim-Ringelnatz-Preis (2012), der Ingeborg-Bachmann-Preis (2015) für den Prosatext „Recherche“, die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz für ihre Verdienste für die deutsche Sprache (2020), der Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis (2022) sowie zuletzt 2025 der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.
Ausgewählte Publikationen:
Am Meerschwein übt das Kind den Tod. Ein Nachrough. Roman. Voland & Quist 2025.
Gottesanbieterin. Gedichte. Voland & Quist 2020.
#poesie (herausgegeben mit Martin Beyer). Voland & Quist 2018.
Lautstärke ist weiblich. Texte von 50 Poetry-Slammerinnen. Satyr 2017.
Moden. Voland & Quist 2017.
Ich bin doch nicht hier, um Sie zu amüsieren. Voland & Quist 2015.
Monster Poems. Voland & Quist 2013.
Ich werde etwas mit der Sprache machen. Voland & Quist 2011.