Lesefassung Stand 15.04.2015 (die rechtlich verbindliche Fassung finden Sie in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität Tübingen)

Präambel:

 

Aufgrund von § 8 Abs. 5 in Verbindung mit §§ 63 Abs. 2, 60 Abs. 2 Nr. 6 und 19 Abs. 1 Satz 2 Nr.

10 des Landeshochschulgesetzes (LHG) vom 01. Januar 2005 (GBl. S. 1) in der Fassung vom 01. April 2014 (GBl. S. 99) hat der Senat der Universität Tübingen am 12. März 2015 die nachfolgende Satzung beschlossen.

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Erster Abschnitt: Zulassung und Immatrikulation

§ 1     Zugang und Aufnahme eines Studiums

§ 2     Zuständigkeiten

§ 3     Studienorientierungsverfahren

§ 4     Lehramtsorientierungstest und Orientierungspraktikum

§ 5     Antragspflicht, Form, Fristen

§ 6     Zulassungskommission

§ 7     Parallelstudium

§ 8     Zulassungsbescheid

§ 9     Immatrikulation

§ 10   Vollzug der Immatrikulation, Ausweis

 

Zweiter Abschnitt: Mitgliedschaftsverwaltung

§ 11  Fortsetzung des Studiums (Rückmeldung)

§ 12  Änderungen des Studiengangs (Umschreibung)

§ 13  Belegung

§ 14  Beurlaubung

§ 15  Exmatrikulation

§ 16  Nachfristen

§ 17  Meldepflichten

§ 18  Personenbezogene Daten

 

Dritter Abschnitt: Besondere Personengruppen

§ 19  Gasthörer/innen

§ 20  Hochbegabte Schüler/innen

§ 21  Studien zur Vorbereitung auf das Studium

§ 22  Deltaprüfung

§ 23  Beruflich Qualifizierte

§ 24  Zeitstudierende

§ 25  Teilnahme an Kontaktstudien im Rahmen der wissenschaftlichen Weiterbildung

 

Vierter Abschnitt: Inkrafttreten

§ 26  Inkrafttreten

 

Erster Abschnitt: Zulassungs- und Immatrikulation

 

§ 1    Zugang und Aufnahme eines Studiums, Immatrikulation

 

(1)  Die Aufnahme des Studiums an der Universität Tübingen ist nur nach erfolgter Einschreibung (Immatrikulation) zulässig. Die Immatrikulation als Studierende/r begründet die Mitgliedschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. In der  Regel ist die gleichzeitige Einschreibung an mehreren  Hochschulen  nicht  möglich.  Einschlägige  Kooperationsvereinbarungen  mit  anderen

Hochschulen bleiben jedoch unberührt. Der Immatrikulation geht  in Studiengängen,  die einer Zulassung bedürfen, ein Zulassungsverfahren oder ihr geht ein Verfahren zur Annahme als Doktorand/in voraus. Zur Prüfung von  Immatrikulationsvoraussetzungen (Affinität, Sprachkenntnisse, HZB, etc.) kann auch in nicht-zulassungsbeschränkten Studiengängen ein Bewerbungsverfahren voranstehen. Sofern im Einzelnen nichts anderes geregelt ist, gelten die Vorschriften für Zulassungsverfahren ebenso für Bewerbungsverfahren.

 

(2)  Die Immatrikulation kann erfolgen in

 

1.         einen  Studiengang  oder  eine  in  der  Prüfungsordnung  vorgesehene  Verbindung  von Teilstudiengängen

2.         einen Teilstudiengang

3.         einen Teilzeitstudiengang

4.         einen postgradualen Studiengang

5.         einen Promotionsstudiengang

6.         einen zeitlich befristeten Studienaufenthalt für ausländische Studierende unter den Voraussetzungen des § 58 Abs. 8 LHG und der vorherigen Zustimmung durch den entsprechenden Fachbereich

7.         einen zeitlich befristeten Studienaufenthalt für deutsche Studierende unter den Voraussetzungen des § 60 Abs.1 Satz 5 LHG und der vorherigen Zustimmung durch den entsprechenden Fachbereich

8.         einen Weiterbildungsstudiengang (§ 31 Abs.1-4 LHG).

 

(3)  Für Studiengänge in besonderen Studienformen, insbesondere für Studiengänge in Teilzeitform (vgl. § 30 Abs. 3, § 31 Abs.1-4 LHG) und für berufsbegleitende Studiengänge gelten die einschlägigen Satzungen. Soweit sich aus diesen Regelungen nichts anderes ergibt, gelten die allgemeinen zulassungs- und immatrikulationsrechtlichen Vorschriften.

 

(4)   Für das Verfahren zur Annahme als Doktorand/in ist § 38 LHG  in Verbindung mit der einschlägigen Promotionsordnung maßgeblich. Die diesbezüglichen besonderen Regelungen hierzu (z. B. § 9 Abs. 7) bleiben unberührt.

 

(5)  Das Studienjahr ist in Semester geteilt. Das Sommersemester dauert vom 01. April bis zum 30. September. Das Wintersemester dauert vom 01. Oktober bis zum 31. März des darauf folgenden Jahres.

 

(6)  Die Aufnahme eines Studiums erfolgt in der Regel zum Wintersemester. Die Studiengänge, für die auch eine Zulassung zum Sommersemester möglich ist, sind in der Studiengangtabelle (http://www.uni-tuebingen.de/studium/verzeichnis-der-studiengaenge.html) aufgeführt.

 

(7)  Soweit die Qualifikation nicht an einer deutschsprachigen Einrichtung erworben wurde, werden deutsche Sprachkenntnisse verlangt, die zum Studium an einer Hochschule befähigen (sprachliche Studierfähigkeit). Die Vorschriften der Ordnung für die deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH Satzung der Universität Tübingen) bleiben unberührt. Sollte die sprachliche Studierfähigkeit  in einem  Studiengang keine deutschen Sprachkenntnisse voraussetzen, indem die Lehr- und Unterrichtssprache des Studiengangs nach satzungsrechtlicher Regelung im Wesentlichen (in anderssprachigen Lehrveranstaltungen müssen genügend Leistungspunkte für einen entsprechenden Abschluss erworben werden können und alle Pflichtveranstaltungen müssen in der anderen Sprache gehalten werden) durch eine andere Sprache als das Deutsche ersetzt wird, so sind die nach den jeweils einschlägigen Satzungen als Zulassungsvoraussetzung genannten erforderlichen Sprachkenntnisse nachzuweisen.

 

§ 2    Zuständigkeiten

 

(1)  Die Universität ist zuständig für die Zulassungs- und Bewerbungsverfahren gemäß § 1 Abs. 2, soweit diese nicht in das zentrale Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) nach Abs. 2 einbezogen sind. Die Studierendenabteilung der Universität erteilt die Zulassung sowie die  Immatrikulationszusage für deutsche  Staatsangehörige  und für ausländische Staatsangehörige oder Staatenlose, die eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung besitzen (so genannte Bildungsinländer). Die Universität Tübingen, Dezernat für Internationale Angelegenheiten, erteilt die Zulassung sowie die Immatrikulationszusage für die sonstigen ausländischen Staatsangehörigen, für Staatsangehörige der anderen EU- Mitgliedsstaaten sowie für ausländische Staatsangehörige im Rahmen der Austausch- und Mobilitätsprogramme. Für die Immatrikulation ist die Studierendenabteilung zuständig.

 

(2)  Soweit Studiengänge der Universität Tübingen in das zentrale Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung einbezogen sind, unterliegt das Verfahren der Vergabeverordnung Stiftung (VergabeVO Stiftung) und den hierfür maßgeblichen Regelungen der Hochschulvergabeverordnung (HVVO) in der jeweils gültigen Fassung.

 

(3)  Soweit für einen Studiengang hochschuleigene Auswahl- oder Eignungsfeststellungsverfahren vorgeschrieben sind, ergeben sich die Zuständigkeiten aus den jeweiligen Auswahl- bzw. Eignungsfeststellungs- oder Zulassungssatzungen.

 

§ 3    Studienorientierungsverfahren

 

(1)    Voraussetzung für die Immatrikulation in ein grundständiges Studium an der Universität Tübingen ist neben den in § 58 LHG genannten Voraussetzungen der Nachweis über die Teilnahme an einem Studienorientierungsverfahren gemäß § 60 Abs. 2 Nr. 6 LHG. Für die Immatrikulation in Lehramtsstudiengänge gilt § 4.

 

(2)      Als    Studienorientierungsverfahren    werden    beispielsweise    „www.was-studiere-ich.de“, „www.borakel.de“, „www.explorex.de“ oder der Studieninformationstest von Hochschulkompass anerkannt. Der entsprechende schriftliche Nachweis über die Teilnahme an diesem Verfahren soll mit der Bewerbung vorgelegt werden; er muss jedoch spätestens mit der Immatrikulation bei der Universität Tübingen eingegangen sein.

 

(3)  Der Nachweis über ein Studienorientierungsverfahren kann auch durch eine Studienberatung bei den Hochschulen oder beispielsweise bei den Beratern / Beraterinnen für akademische Berufe der Agentur für Arbeit erfolgen. Über die Teilnahme an einem Studienorientierungsverfahren stellt die Universität Tübingen eine schriftliche Bescheinigung aus. Der Nachweis über ein Studienorientierungsverfahren an einer anderen Hochschule wird von der Universität Tübingen anerkannt.

 

(4)  Die fachbezogenen Auswahl- und Bewerbungsverfahren bleiben davon unberührt.

 

§ 4    Lehramtsorientierungstest und Orientierungspraktikum

 

(1)   Voraussetzung für die Immatrikulation in einen Lehramtsstudiengang mit dem Abschluss Staatsexamen oder Bachelor an der Universität Tübingen ist neben in den § 58 LHG genannten Voraussetzungen der Nachweis über die Teilnahme an einem Lehramtsorientierungstestverfahren gemäß § 60 Abs. 2 Nr. 6 LHG und der Nachweis eines Orientierungspraktikums gemäß § 1 Abs. 3 Gymnasiallehrerprüfungsordnung I (GymPO  I) oder  weiterer  Normierungen der  der GymPO I folgenden Ordnungen.

 

(2)  Als Lehramtsorientierungstest wird beispielsweise „www.bw-cct.de“ oder auch Nachweise über ein Beratungsgespräch durch eine Studienberatung bei den Hochschulen (Zentrale- oder Fachstudienberatung, Zentrum für Lehrer/innenbildung) bzw. bei den Beratungsstellen für akademische Berufe der Agentur für Arbeit anerkannt. § 3 Abs. 2 S.2, 3 und 4 gelten entsprechend.

 

(3)  Liegt der Nachweis über das Orientierungspraktikum in zulassungsbeschränkten Fächern bis zum Ende der Immatrikulationsfrist nicht vor, ergeht eine Immatrikulation mit der auflösenden

Bedingung, dass das Orientierungspraktikum spätestens zum Beginn des 3. Fachsemesters vorzulegen ist (vgl. § 1 Abs. 3 GymPO I oder weitere Normierungen der der GymPO I folgenden Ordnungen.

 

§ 5    Antragspflicht, Form, Fristen

 

(1)  Die Zulassung zum Studium erfolgt auf Antrag unter Verwendung der Formulare der Universität und unter Vorlage der dort geforderten Unterlagen. Sofern ein Zulassungsverfahren in elektronischer Form (Online-Bewerbung) angeboten wird, ist der Antrag auf Zulassung zum Studium als Online-Antrag nach Maßgabe der dort genannten Voraussetzungen und unter Vorlage der dort geforderten Unterlagen zu stellen. Eine Bewerbung per Fax oder Email ist grundsätzlich ausgeschlossen. Der Bewerber / die Bewerberin übermittelt innerhalb der im Abs. 2 festgelegten Fristen der Universität Tübingen, Studierendensekretariat, das ausgedruckte unterschriebene Antragsformular, eine Kopie seiner/ihrer Hochschulzugangsberechtigung oder eines gleichwertigen Nachweises und die im Antragsformular verlangten Unterlagen. Bewerber oder Bewerberinnen, die glaubhaft machen, dass ihnen die elektronische Antragstellung nicht zumutbar ist, werden insoweit von der Hochschule unterstützt. Soweit es sich um die Zulassung in grundständige Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung handelt, genügt der Immatrikulationsantrag. Hier sind neben dem Hauptantrag zwei weitere Hilfsanträge möglich. Zunächst wird nur über die Hauptanträge entschieden (Hauptverfahren). Die dann noch verfügbaren Studienplätze werden in Nachrückverfahren vergeben; hierbei wird auch über die Hilfsanträge entschieden. Die Zulassung bei allen postgradualen Studiengängen erfolgt auf Antrag in der in Satz 1 festgelegten Form und nach den Vorgaben der HVVO (insbesondere §§ 3 und 20).

 

(2)     Der formgerechte und vollständige Antrag auf Zulassung für Studiengänge, für die Zulassungszahlen festgesetzt sind, ist innerhalb der durch die Hochschulvergabeverordnung (HVVO) und die Vergabeverordnung Stiftung (VergabeVO Stiftung) in der jeweils gültigen Fassung vorgegebenen Frist einzureichen, d. h. für das Sommersemester bis zum 15. Januar (Ausschlussfrist) und für das Wintersemester bis zum 15. Juli (Ausschlussfrist). Fällt das Ende einer Frist auf einen Sonntag oder gesetzlichen Feiertag oder einen Sonnabend, so verlängert sich die Frist nicht bis zum Ablauf des nächstfolgenden Werktages (§ 31 Abs. 3 Satz 2 und Abs. 5 Landesverwaltungsverfahrensgesetz Baden-Württemberg). Die Universität Tübingen kann für postgraduale Studiengänge sowie für die in der Anlage 1 der HVVO genannten Studiengänge (sog. auslandsorientierte Studiengänge) hiervon abweichende Fristen durch Satzung festlegen.

 

(3)     Für Anträge, mit denen ein Anspruch auf Zulassung außerhalb der festgesetzten Zulassungszahl geltend gemacht wird, gilt die Frist nach Abs. 2. Dies gilt auch für Anträge von Deutschen zulassungsrechtlich nicht gleichgestellten ausländischen und staatenlosen Studienbewerbern / Studienbewerberinnen in Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung. Innerhalb der Bewerbungsfristen des Abs. 2 ist auch der Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (z.B. TestDaF, Deutsche Sprachprüfung) vorzulegen. Diese Anträge sind an die Universität Tübingen, Studierendenabteilung, Wilhelmstr. 11, 72074 Tübingen zu stellen.

 

(4)   Für Anträge mit denen ein Anspruch auf Zulassung gemäß § 12 HVVO (Auswahl nach Härtegesichtspunkten) bzw. gemäß § 14a HVVO (Auswahl nach Ortsbindung im öffentlichen Interesse) geltend gemacht wird, gilt die Frist nach Absatz 2.

 

(5)   Losanträge für nach Abschluss der Vergabeverfahren verfügbare Studienplätze können nur vom 1. bis zum 20. September für das Wintersemester und nur vom 1. bis zum 20. März für das Sommersemester gestellt werden  (Ausschlussfristen). Dem von  der Universität Tübingen vorgesehenen schriftlichen Antrag sind der Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung und auf Anforderung weitere Bewerbungsunterlagen beizufügen. § 5 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend.

 

(6)   Anträge auf Studienplatztausch in zulassungsbeschränkten Studiengängen können bis eine Woche vor Beginn der Vorlesungszeit bei der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, gestellt werden. Anträge auf Studienplatztausch sind nur dann genehmigungsfähig, wenn sich die Tauschpartner   oder   Tauschpartnerinnen   im   gleichen   Studiengang   sowie   im   gleichen Fachsemester befinden (errechnet ab der Zulassung zum Studiengang), eine endgültige Zulassung für einen Studiengang im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes besitzen sowie kein Verlust des Prüfungsanspruchs oder kein endgültiges Nichtbestehen einer Studien- oder Prüfungsleistung im getauschten Studiengang vorliegt. Anderweitige Regelungen in den entsprechenden Studien- oder Prüfungsordnungen der Universität Tübingen bleiben unberührt.

 

§ 6    Zulassungskommission

 

(1)    Die Zulassungskommission setzt sich aus fünf Personen zusammen. Ihr gehören als Vorsitzende/r der/die für Studierende, Studium und Lehre zuständige Prorektor/in sowie  vier weitere vom Senat zu bestimmende Personen an.

 

(2)  Der Senat wählt in die Kommission zwei Professoren bzw. Professorinnen, die hauptamtlich an der Universität tätig sind, eine/n Angehörige/n des wissenschaftlichen Dienstes, eine/n Studierende/n und jeweils eine/n Stellvertreter/in. Diesem Kreis soll nach Möglichkeit ein/e Experte/Expertin für medizinische Fragestellungen angehören.

 

(3)   Die Amtszeit der Mitglieder beträgt zwei Jahre, sie endet jedoch stets mit der Amtszeit des Rektors / der Rektorin.

 

(4)  Die Entscheidung über die Anerkennung von Härtefällen im Sinne von § 12 HVVO und über die Auswahl von Deutschen zulassungsrechtlich nicht gleichgestellten ausländischen Staatsangehörigen (§ 18 HVVO) sowie über die Anerkennung einer Ortsbindung im öffentlichen Interesse gemäß § 14 a HVVO, trifft der/die Rektor/in unter Berücksichtigung der Vorschläge der Zulassungskommission.

 

(5)     Die Geschäftsführung der Zulassungskommission obliegt der Zentralen Verwaltung, Studierendenabteilung.

 

§ 7    Parallelstudium

 

(1)   Eine gleichzeitige Immatrikulation in mehrere zulassungsbeschränkte Studiengänge an der Universität Tübingen oder in mehrere Studiengänge an verschiedenen Hochschulen ist nur unter den engen Voraussetzungen des § 60 Abs.1 Satz 3 LHG möglich. Dies prüfen die betroffenen Fächer und stellen deren Erfüllung fest. Regelungen in den jeweiligen Zulassungs- und Auswahlsatzungen sowie einschlägige Kooperationsvereinbarungen mit anderen Hochschulen bleiben unberührt.

 

(2)   Der Antrag auf Parallelstudium ist bei der Studierendenabteilung zu stellen; die Feststellung gemäß Abs.1 ist dem entsprechenden Antrag beizufügen.

 

§ 8    Zulassungsbescheid, Immatrikulationszusage

 

(1)     Über den Zulassungsantrag ergeht ein Zulassungsbescheid. Eine Zulassung bzw. Immatrikulationszusage gilt nur für den im Bescheid bezeichneten Studiengang bzw. Teilstudiengang, das angegebene Studiensemester und für das angegebene Fachsemester.

 

(2)  Der Zulassungsbescheid enthält eine Frist zur Immatrikulation; diese kann durch die Universität Tübingen, Studierendenabteilung, auf Antrag verlängert werden.

 

(3)   Der Zulassungsbescheid verliert seine Wirksamkeit,  wenn die Frist  des Absatzes 2 nicht eingehalten wird oder wenn eine mit ihm versehene sonstige Bedingung nicht eintritt bzw. nicht eingehalten wird.

§ 9    Immatrikulationsverfahren

 

(1)  Der Antrag auf Immatrikulation ist von den Zugelassenen innerhalb der im Zulassungsbescheid festgesetzten Frist auf dem dafür vorgesehenen Antragsformular der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, einzureichen. Maßgeblich für die Wahrung der Frist ist der Eingang des vollständig ausgefüllten, mit  allen Nachweisen versehenen und eigenhändig unterschriebenen Antrags.

 

(2)   Bei nichtzulassungsbeschränkten Studiengängen gilt als Frist zur Immatrikulation für das Wintersemester der 30. September und für das Sommersemester der 31. März.

 

(3)   Die Antragsteller können sich zur  Immatrikulation durch Bevollmächtigte vertreten lassen, soweit diese ihre Bevollmächtigung durch Vorlage einer schriftlichen Vollmacht in Urschrift nachweisen und eine beglaubigte Kopie des Personalausweises oder Reisepasses der Antragsteller vorlegen.

 

(4)  Die Immatrikulation wird grundsätzlich in einem schriftlichen Verfahren durchgeführt. § 5 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend. Die erforderlichen Antragsformulare werden im Internet bereitgestellt. Ein Ersetzen der Schriftform durch einfache elektronische Übermittlung, durch mobile Medien oder durch Email oder Telefax ist grundsätzlich nicht möglich. In begründeten  Einzelfällen, insbesondere bei schwierigen Sachverhalten, kann die Universität das persönliche Erscheinen der Studienbewerber/innen in der Studierendenabteilung oder die Vorlage von Originalunterlagen verlangen, wenn dies zur Klärung der Immatrikulationsvoraussetzungen erforderlich ist.

 

(5)  Kann ein/e für das Masterstudium zugelassene/r Bewerber/in den ersten Hochschulabschluss innerhalb der Immatrikulationsfrist nach Abs. 1 noch nicht vorlegen, ist eine Fristverlängerung zur Vorlage des ersten Hochschulabschlusses möglich. Über die Fristverlängerung entscheidet das Studierendensekretariat nach vorherigem Antrag. Wird der Nachweis nach Abs. 1 nicht fristgerecht geführt, erlischt die Zulassung.

 

(6)    Dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Immatrikulationsantragsformular sind insbesondere beizufügen:

 

1.         der Zulassungsbescheid (Original oder amtlich beglaubigte Kopie);

2.         das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder die  sonstige Hochschulzugangsberechtigung (Original oder amtlich beglaubigte Kopie);

3.         Nachweis über die Teilnahme an einem Studienorientierungsverfahren (§ 3) bzw. Lehramtsorientierungstest (§ 4) sowie eines Orientierungspraktikums gemäß § 4 Abs.3;

4.         eine amtlich beglaubigte Kopie des Personalausweises oder Reisepasses;

5.         ein aktuelles, farbiges Passbild;

6.         von Antragstellern und Antragstellerinnen, die vorher an einer anderen Hochschule studiert haben, Nachweise über bereits abgelegte Zwischen-, Haupt- bzw.  Abschlussprüfungen sowie die Studienbücher oder Studienzeitbescheinigungen mit Angabe der bisherigen Hochschul-, Fach- und Urlaubssemester der besuchten Hochschulen mit dem letzten Abgangsvermerk (Exmatrikel) in amtlich beglaubigter Kopie;

7.         eine Versicherungsbescheinigung der zuständigen Krankenkasse, mit der bescheinigt wird, ob der Studienbewerber / die Studienbewerberin versichert oder von der Versicherungspflicht befreit oder nicht versicherungspflichtig ist (§ 62 Abs.2 Nr.5 LHG);

8.         eine Bescheinigung über die Bezahlung des Verwaltungskostenbeitrags, des Beitrags für das Studierendenwerk und sonstiger öffentlich-rechtlicher Forderungen (z. B. Beitrag der Verfassten Studierendenschaft); ein entsprechender Nachweis ist mit der Erteilung der Einzugsermächtigung im Einschreibeantrag oder dem Eingang der Zahlungen auf  dem Konto der Universität erbracht (§ 60 Abs. 2 Ziff. 8 LHG);

9.         die Erklärung, dass derzeit keine Freiheitsstrafe verbüßt wird (§ 60 Abs. 3 Ziff. 5 LHG);

10.      die eigene Versicherung darüber, dass eine frühere Zulassung im gleichen oder in einem vergleichbaren Studiengang nicht erloschen ist, weil eine Prüfung endgültig nicht bestanden wurde, oder sonst der Prüfungsanspruch nicht mehr besteht;

11.      eine Erklärung darüber, dass der Bewerber / die Bewerberin nicht an einer Krankheit leidet, durch die die Gesundheit der anderen Studierenden ernstlich gefährdet wird, oder der ordnungsgemäße Studienbetrieb ernstlich beeinträchtigt zu werden droht;

12.      bei Studiengängen, deren Durchführung mehreren Fakultäten zugeordnet ist, die Erklärung darüber in welcher Fakultät der Bewerber / die Bewerberin wählbar und wahlberechtigt sein möchte (§ 22 Abs. 3 LHG);

13.      bei einem Studiengangwechsel zur Festsetzung der Fachsemesterzahl eine Bescheinigung des zuständigen Prüfungsamtes oder des Prüfungsausschusses darüber, ob und in welchem Umfang anrechnungsfähige Studienleistungen und Studienzeiten nach der einschlägigen Prüfungsordnung aus anderen Studiengängen vorliegen;

14.      eine Bescheinigung über eine Beratung gemäß § 60 Abs.2 Nr.5 LHG;

15.      weitere Unterlagen nach einschlägigen Regelungen in anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften (§ 60 Abs.2 Nr. 9 LHG).

 

(7)       Personen, die an einer ausländischen Universität promovieren und sich zu Forschungszwecken an der Universität Tübingen aufhalten möchten, können für diesen Zeitraum als Doktoranden/Doktorandinnen immatrikuliert werden, sofern ein/e hiesige/r Professor/in die Betreuung dieses/r ausländischen Doktoranden/in übernimmt. Für die Zulassung muss der zuständigen Stelle, Studierendenabteilung oder Dezernat für Internationale Angelegenheiten (§ 2 Abs. 1), neben dem Nachweis des Hochschulabschlusses (plus ggf. Übersetzung) und dem Nachweis der Promotion an der ausländischen Universität eine entsprechende Betreuungszusage durch den/die Hochschullehrer/in vorgelegt werden.

 

(8)       Wer von einer Fakultät für ein Eignungsfeststellungsverfahren zum Nachweis der Qualifikation als Doktorand/in zugelassen worden ist, wird auf Antrag für die Dauer dieses Verfahrens gemäß § 38 Abs. 3 LHG als Doktorand/in immatrikuliert. Abs. 6 gilt entsprechend.

 

(9)       Für den Besuch von Lehrveranstaltungen und die Ablegung von Hochschulprüfungen ist die Immatrikulation erforderlich. Studierende müssen im Rahmen ihres Studiums bis zur Erbringung der letzten Prüfungsleistung, einschließlich einer ggf. erforderlichen Wiederholung, an der Universität Tübingen immatrikuliert sein.

 

§ 10  Vollzug der Immatrikulation, Ausweis

 

(1)      Die Immatrikulation erfolgt durch Erfassung der Daten der Studierenden bzw. Doktoranden/Doktorandinnen im Datenverarbeitungssystem der Studierendenabteilung und Aushändigung oder Übersendung des Datenkontrollblattes mit Immatrikulationsbescheinigungen. Wird die Immatrikulation vor Beginn des Semesters vorgenommen, für die sie beantragt ist, wird sie zu Beginn des Semesters wirksam, ansonsten am Tag der Erfassung.

 

(2)     Immatrikulierte erhalten ein Studienbuch und zudem einen Studierendenausweis in elektronisch lesbarer Form (Chipkarte). Auf einem überschreibbaren Folienstreifen ist die Gültigkeitsdauer enthalten.

 

(3)    Das Studienbuch dient der Dokumentation des persönlichen Studienverlaufs. Für seine Führung sind die Studierenden selbst verantwortlich. Der Besuch von Lehrveranstaltungen wird im Studienbuch nicht bescheinigt.

 

(4)  Studierende erhalten mit der Einschreibung eine studentische E-Mail-Adresse vom Zentrum für Datenverarbeitung der Universität Tübingen. Es obliegt den Studierenden, die universitären Emails regelmäßig abzufragen bzw. die Möglichkeit der Kenntnisnahme durch eine entsprechende Weiterleitung sicherzustellen. Diese können offizielle Schreiben (z.B. Mahnung und Androhung der Exmatrikulation gemäß § 62 Abs.2 Nr.4 LHG) ersetzen, die bisher auf dem Postweg versandt wurden. Rechtsverbindliche Bescheide werden wie bisher auch auf dem Postweg versandt.

Zweiter Abschnitt: Mitgliedschaftsverwaltung

 

§ 11  Fortsetzung des Studiums (Rückmeldung)

 

(1)  Möchten Studierende das Studium über das laufende Semester hinaus fortsetzen, haben sie dies gegenüber der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, fristgerecht zu  erklären (Rückmeldung). Diese Erklärung und damit die Rückmeldung erfolgt durch Zahlung des Beitrages für das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim (Anstalt des öffentlichen Rechts), des Verwaltungskostenbeitrages (§ 12 Landeshochschulgebührengesetz - LHGebG), des Beitrags für die Verfasste Studierendenschaft (§ 3 BeitragsO Verf Stud) sowie weiterer Entgelte, die im Zusammenhang mit dem Studium entstanden sind (z. B. auch Universitätsbibliothek o. ä.). Die Zahlung erfolgt in der Regel bargeldlos. Im Falle der Überweisung ist der maßgebliche Zeitpunkt der Rückmeldung der Tag, an dem die Zahlung vollständig auf dem Konto der Universität eingegangen ist. Eine nicht fristgerechte oder unvollständige Zahlung der Gebühren und Beiträge zur Immatrikulation bzw. Rückmeldung führt zur Erhebung einer einmaligen Säumnisgebühr nach Maßgabe der Gebührensatzung der Universität Tübingen in der jeweils aktuellen Fassung.

 

(2)  Die Rückmeldefrist für das nachfolgende Sommersemester beginnt am 15. Januar und endet mit Ablauf des 15. Februar; für das jeweilige Wintersemester beginnt sie am 01. Juni und endet mit Ablauf des 15. August.

 

(3)     Die Studierendenabteilung  vollzieht die  Rückmeldung, sofern die Zulassung  in dem Studiengang bzw. Teilstudiengang weiterhin besteht (§ 62 Abs. 2 Nr.2/3 LHG) und fällige Abgaben und Entgelte, die im Zusammenhang mit dem Studium entstanden sind, bezahlt wurden (§ 60 Abs.2 Nr.8 LHG). Insbesondere  ist der Vollzug der Rückmeldung  auch  von folgenden Erfordernissen abhängig:

 

•     es liegt eine aktuelle Aufenthaltsbescheinigung vor,

•     der Krankenkassenschutz ist nicht erloschen,

•     alle Auflagen einer bedingten Einschreibung sind fristgerecht erfüllt,

•     alle angeforderten Unterlagen zur Rückmeldung oder Umschreibung liegen vor,

•     ein Prüfungsanspruch im beantragten Studiengang bzw. Teilstudiengang besteht noch.

 

(4)  Studierende erhalten als Bestätigung der Fortsetzung der Immatrikulation ein entsprechendes Datenkontrollblatt mit Studienbescheinigungen.

 

(5) Nach erfolgter Rückmeldung obliegt es den Studierenden, die Gültigkeitsdauer der Chipkarte an einem Selbstbedienungsterminal zu aktualisieren.

 

§ 12 Änderungen des Studiengangs (Umschreibung)

 

(1)   Der Wechsel oder die Erweiterung des Studiengangs (Umschreibung) ist nur möglich, wenn Studierende die erforderliche Zulassung zu dem neuen Studiengang bzw. Teilstudiengang nachweisen. Gegebenenfalls erforderliche Anrechnungsbescheide, Genehmigungen und die Bestätigung einer studienfachlichen Beratung sind in schriftlicher Form vorzulegen. Die Umschreibung ist unter Verwendung des von der Studierendenabteilung vorgesehenen Formulars zu beantragen. Die Regelungen zur Zulassung, Bewerbung und Immatrikulation einschließlich der dort genannten Fristen bleiben unberührt.

 

(2)   Will der/die Studierende in einen Studiengang im dritten oder in einem höheren Semester wechseln, muss er/sie den schriftlichen Nachweis über eine auf den angestrebten Studiengang bezogene studienfachliche Beratung gem. § 60 Abs. 2 Nr. 5 LHG erbringen.

 

(3)   Die Umschreibung in ein Promotionsstudium (vgl. § 38 Abs.5 LHG) während des laufenden Semesters ist insbesondere nach Vorlage der Annahmeerklärung des Promotionsausschusses jederzeit möglich. Die beitrags- bzw. gebührenrechtlichen Regelungen bleiben unberührt.

§ 13  Belegung

 

Ein zentrales Belegungsverfahren durch die Studierendenabteilung findet nicht statt. Studierende tragen selbst dafür Sorge, dass die Veranstaltungen des Studienganges, die nach der Prüfungsordnung Voraussetzung für die Zulassung zu den Prüfungen sind, während des Studiums durch Eintragung der besuchten Lehrveranstaltungen und der Namen der für die Lehrveranstaltungen Verantwortlichen anhand des Vorlesungsverzeichnisses im Studienbuch dokumentiert werden.

 

§ 14  Beurlaubung

 

(1)  Der Antrag auf Beurlaubung soll bei der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, während der Rückmeldefrist (§ 11 Abs. 2), unter Angabe des Beurlaubungsgrundes, auf den dafür vorgesehenen Formularen und unter Vorlage der dort genannten Nachweise gestellt werden. Er ist jedoch grundsätzlich spätestens vor Beginn der jeweiligen Vorlesungszeit eines Semesters zu stellen. Bei späterem Eintritt des Beurlaubungsgrundes ist der Antrag unverzüglich nach Eintritt des Ereignisses einzureichen. Beurlaubungen für zurückliegende Semester sind ausgeschlossen. Eine Beurlaubung von Erstimmatrikulierten  ist nicht zulässig, es sei denn, es  tritt ein unvorhersehbarer Härtefall nach Aufnahme des Studiums ein. Eine Beurlaubung von studierenden Doktoranden und Zeitstudierenden gemäß § 60 Abs. 1 LHG ist nur unter den Voraussetzungen des § 61 Abs. 3 LHG zulässig bzw. sofern die Versagung eine unzumutbare, besondere Härte begründen würde.

 

(2)  Wichtige Gründe zur Beurlaubung im Sinne des Abs. 1 sind insbesondere:

 

1.         Erhalt eines Stipendiums, dessen Bedingungen den Besuch der Lehrveranstaltungen nicht erlauben.

2.         Tätigkeit im Ausland als Fremdsprachenassistenz oder Schulassistenz; mit Ausnahme des praktischen Studiensemesters in Lehramtsstudiengängen.

3.         Aufnahme einer praktischen Tätigkeit, die dem Studienziel dient. Dies ist durch entsprechende Unterlagen und eine schriftlichen Bestätigung des/der zuständigen Studiendekans / Studiendekanin nachzuweisen. Eine Beurlaubung ist jedoch nicht bei Praktika oder praktischen Tätigkeiten möglich, die Bestandteil von Studien- und Prüfungsordnungen sind.

4.         Krankheit, auf Grund der keine Lehrveranstaltungen besucht werden können oder die Erbringung der zu erwarteten Studienleistungen verhindert wird. Hierüber sowie über die voraussichtliche Dauer der Erkrankung ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen.

5.         Pflege oder Versorgung von nahen Angehörigen gemäß § 7 Abs. 3 des Pflegezeitgesetzes (1. Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, 2. Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, 3. Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.), soweit eine Hilfsbedürftigkeit im Sinne des § 7 Abs.4 Pflegezeitgesetz iVm §§ 14 und 15 des Elften Buches Sozialgesetzbuch vorliegt. Dies ist durch ein aussagekräftiges ärztliches Attest oder durch eine Pflegebescheinigung, aus der der Zeitraum der Betreuung hervorgeht, nachzuweisen.

6.         Niederkunft oder bevorstehende Niederkunft. Dies ist durch Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung oder der Geburtsurkunde des Kindes nachzuweisen.

7.         Betreuung und Pflege eines Kindes, sofern der/die Antragstellende das Kind überwiegend selbst versorgt, es im selben Haushalt lebt und für das ihm/ihr die Personensorge zusteht. Dies ist durch Vorlage einer Geburtsurkunde des Kindes sowie einer Meldebestätigung über den gemeinsamen Wohnsitz nachzuweisen.

8.         Verbüßung einer Freiheitsstrafe. Im Übrigen wird auf § 61 LHG verwiesen.

(3)     Studierende können Schutzzeiten entsprechend § 3 Absatz 1, § 6 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes und Elternzeit entsprechend § 15 Absätze 1 bis 3 des Bundeselterngeld und Elternzeitgesetzes in Anspruch nehmen; hierfür sind sie auf Antrag zu beurlauben. Gleiches gilt für die Zeiten der Pflege einer oder eines nahen Angehörigen im Sinne von § 7 Absatz 3 des Pflegezeitgesetzes, die oder der pflegebedürftig im Sinne der §§ 14 und 15 des Elften Buches Sozialgesetzbuch ist. Nach Sätzen 1 und 2 beurlaubte Studierende sind berechtigt, an Lehrveranstaltungen teilzunehmen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen und Hochschuleinrichtungen zu nutzen. Zeiten nach den Sätzen 1 und 2 werden nicht auf die Beurlaubung nach Absatz 1 Satz 2 angerechnet.

 

(4)  Eine Beurlaubung wirkt jeweils für das gesamte Semester. Bei Fortwirkung der Gründe über ein Semester hinaus, sind ein neuer Antrag und in der Regel ein neuer Nachweis über den Beurlaubungsgrund erforderlich. Urlaubssemester gelten nicht als Fachsemester. Die Beurlaubung wird in der Studierendendatenbank, dem Datenkontrollblatt sowie auf den Semesterbescheinigungen vermerkt. Beurlaubte Studierende nehmen an der Selbstverwaltung der Universität nicht teil. Sie sind nicht berechtigt, an Lehrveranstaltungen teilzunehmen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen und Universitätseinrichtungen zu nutzen, ausgenommen die bibliothekarischen Einrichtungen und die Einrichtungen des Rechenzentrums. § 61 Abs. 3 LHG bleibt unberührt. Anderweitige Regelungen in Kooperationsvereinbarungen bleiben unberührt.

 

(5)  Auf schriftlichen Antrag kann die Beurlaubung für das laufende Semester aufgehoben werden. Die Antragstellung hat in der Regel spätestens bis zum Ende der Vorlesungszeit zu erfolgen. Die beitrags- und gebührenrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.

 

§ 15  Exmatrikulation

 

(1)  Für die Exmatrikulation auf Antrag von Studierenden oder von Amts wegen sind die Bestimmungen des § 62 LHG maßgeblich. Der Antrag auf Exmatrikulation ist auf dem vorgeschriebenen Formblatt  der  Universität  Tübingen  an  die  Studierendenabteilung  zu  richten.  Dem  Antrag  im Original ist der Entlastungsvermerk der Universitätsbibliothek beizufügen.

 

(2)  Mit der Exmatrikulation endet die Mitgliedschaft an der Universität Tübingen. Der Datensatz der Studierenden in der Studierendendatenbank  wird entsprechend gekennzeichnet.

 

(3)    Die Exmatrikulation wird in der Regel zum Ende des Semesters wirksam, in dem sie ausgesprochen wird.

 

(4)     Die Erteilung von Bescheinigungen über die Exmatrikulation und die Ausgabe des Prüfungszeugnisses setzen voraus, dass Studierende die Abgaben und Entgelte, die im Zusammenhang mit dem Studium entstanden sind, gezahlt haben.

 

§ 16  Nachfristen

 

Wer die in dieser Satzung vorgesehenen Antragsfristen aus Gründen versäumt, die er nicht zu vertreten hat, kann auf schriftlichen  Antrag  eine  Nachfrist erhalten. Dies  gilt nicht für Ausschlussfristen.

 

§ 17  Meldepflichten

 

Der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, ist unverzüglich anzuzeigen:

 

1.         der Verlust des Studienbuchs oder des Studierendenausweises (Chipkarte). Diese Meldung soll mittels des dafür vorgesehenen Formulars angezeigt werden.

2.         alle  Änderungen  und  fehlerhafte  Eintragungen  der  auf  dem  Datenkontrollblatt  erfassten Daten,

3.         alle Änderungen des Namens, der Korrespondenzanschrift, jede Änderung der Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung,

4.         die Aufnahme oder Änderung einer Tätigkeit (§ 60 Abs. 2 Nr. 4 LHG),

5.         das  Auftreten  einer  Krankheit,  die  die  Gesundheit  der  anderen  Studierenden  ernstlich gefährdet bzw. den ordnungsgemäßen Studienbetrieb ernstlich zu beeinträchtigen droht.

 

§ 18  Personenbezogene Daten

 

Bezüglich der Erhebung und Verwendung von personenbezogenen Daten Studierender gilt § 12 LHG in Verbindung mit den landesdatenschutzgesetzlichen Vorschriften. Eine Verwendung von Daten zu anderen als in diesen gesetzlichen Vorschriften genannten Zwecken ist nur mit dem Einverständnis des/der betroffenen Studierenden zulässig.

 

Dritter Abschnitt: Besondere Personengruppen

 

 

§ 19  Gasthörer/innen

 

(1)    Im Rahmen der vorhandenen Studienplatzkapazitäten können auf Antrag Personen als Gasthörer/innen zugelassen werden, die eine hinreichende Bildung nachweisen und sich in einzelnen Wissensgebieten weiterbilden wollen (§ 64 Abs. 1 LHG). Gasthörer/innen werden zu Prüfungen nicht zugelassen. Im Gasthörerstudium erbrachte Leistungen werden im Rahmen eines Studiengangs nicht anerkannt.

 

(2)    Der Antrag auf Erteilung der Gasthörererlaubnis soll bis zum Beginn der jeweiligen Vorlesungszeit bei der Studierendenabteilung unter Verwendung des dafür vorgesehenen Formulars und unter Vorlage der dort angegebenen Nachweise gestellt werden. Die Gasthörererlaubnis wird für jeweils ein Semester erteilt.

 

(3)   Die Gebühren ergeben sich aus § 17 LHGebG in Verbindung mit der Gebührensatzung für Gasthörer der Universität Tübingen.

 

§ 20  Hochbegabte Schüler/innen

 

Hochbegabte Schüler/innen (§ 64 Abs. 2 LHG) können im Einzelfall berechtigt werden, an einzelnen Lehrveranstaltungen teilzunehmen, Studien- und Prüfungsleistungen sowie entsprechende Leistungspunkte zu erwerben und einzelne Studienmodule zu absolvieren. Die erworbenen Studien- und Prüfungsleistungen werden bei einem späteren Studium anerkannt, wenn die fachliche Gleichwertigkeit gegeben ist. Die Erlaubnis für Hochbegabte gilt nur für die jeweiligen Lehrveranstaltungen und wird durch die Fakultät erteilt.

 

§ 21  Studien zur Vorbereitung auf das Studium

 

Studierende des Leibniz-Kollegs Tübingen können sich gemäß § 60 Abs.1 Satz 6 LHG an der Universität Tübingen immatrikulieren. Zur Einschreibung muss die Studierendenbescheinigung des Leibniz-Kollegs im Original vorgelegt werden. Sie werden befristet für zwei Semester eingeschrieben; sie sind nicht wahlberechtigt und nicht wählbar sowie nicht berechtigt, einen Hochschulabschluss zu erwerben; ansonsten haben sie die Rechte und Pflichten Studierender. Innerhalb des Vorbereitungsstudiums  erworbene Studien- und Prüfungsleistungen werden bei einem späteren Studium anerkannt, wenn die fachliche Gleichwertigkeit gegeben ist.

 

§ 22  Deltaprüfung

Die Bewerbung und Zulassung zur Deltaprüfung gemäß § 58 Abs. 2 Nr.4 LHG wird durch eine gesonderte Satzung geregelt.

§ 23  Beruflich Qualifizierte

 

Für die Bewerbung und Zulassung von beruflich Qualifizierten gelten die entsprechenden Regelungen der §§ 58 ff. LHG, insbesondere § 58 Abs. 2 Nr.6 und Abs. 3 LHG sowie der dazu gesondert zu verabschiedenden Satzung. Der Antrag auf Ausstellung  einer allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung gemäß § 58 Abs.2 Nr.5 LHG muss für eine Bewerbung zum Wintersemester bis spätestens 30. Mai und für eine Bewerbung zum Sommersemester bis spätestens 30. November bei der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, gestellt werden. Der Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung gemäß § 58 Abs.2 Nr. 6 muss bis zum 31. Januar unter Angabe des angestrebten Studiengangs bei der Universität Tübingen, Studierendenabteilung, eingegangen sein. Weitere Verfahrens- und Kostenregelungen bleiben unberührt.

 

§ 24  Zeitstudierende

 

(1)   Studierende deutscher und ausländischer Hochschulen haben die Möglichkeit, nur einen bestimmten Abschnitt Ihres Studiums (ohne Abschlussprüfung) an der Universität Tübingen zu absolvieren.

 

(2)   Bewerber / Bewerberinnen für ein Zeitstudium nehmen nicht am Auswahlverfahren teil und werden nach einem gesonderten Verfahren immatrikuliert. Eine Immatrikulation in einen Studiengang erfolgt nur nach entsprechender Zustimmung durch die Fakultät oder ggf. den Fachbereich. Diesbezügliche Regelungen in Kooperationsvereinbarungen (bspw. ERASMUS- Austausch; DAAD-Austausch, etc.) bleiben dabei unberührt.

 

(3)   Die Zulassung und Immatrikulation zum Zeitstudium ist in der Regel auf zwei Semester beschränkt. Sie darf vier Semester nicht überschreiten.

 

§ 25  Teilnahme an Kontaktstudien im Rahmen der Wissenschaftlichen Weiterbildung

 

Für Teilnehmende an Weiterbildungsstudien gemäß § 31 Abs.5 LHG (Zertifikatsstudien, Weiterbildungsdiplome, Weiterbildungskurse etc.), die über das Tübinger Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung angeboten werden, gelten die dortigen Bestimmungen und Regelungen. Eine Immatrikulation als ordentliche/r Studierende/r findet nicht statt.

 

Sechster Abschnitt: Inkrafttreten

 

§ 26  Inkrafttreten

 

Diese Satzung tritt am Tage nach der Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität Tübingen in Kraft. Die Zulassungs- und Immatrikulationsordnung vom 09.06.2011 (Amtliche Bekanntmachungen Nr. 8/2011, S. 314), geändert durch die Erste Änderungssatzung vom 08.03.2012 (Amtliche Bekanntmachungen Nr. 3/2012, S. 71) und durch die Zweite Änderungssatzung vom 10.04.2014 (Amtliche Bekanntmachungen Nr. 3/2014, S. 43), tritt zugleich außer Kraft.

Tübingen, den 23.03.2015

Professor Dr. Bernd Engler Rektor

Kontakt

Studentensekretariat 

Wilhelmstraße 11 - Erdgeschoss

72074 Tübingen

 

Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr:

  • Montag und Donnerstag: 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr
  • Dienstag bis Freitag: 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr

 

Telefonhotline

+49 7071 29-74444

  • Montag bis Freitag: 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr
  • Montag bis Donnerstag: 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Fax

+49 7071 29-5377

E-Mail

studentensekretariat[at]

verwaltung.uni-tuebingen.de