Uni-Tübingen

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20.12.2023

Qualifizierungsprogramm für künftige Kita-Fachkräfte vorgestellt

„Kita Lingua“ bereitet Migrantinnen und Migranten sprachlich und kulturell auf Ausbildung als Erzieherin oder pädagogischen Assistenten vor

Universität Tübingen und Stadtverwaltung der Universitätsstadt Tübingen stellten am Freitag, 15. Dezember, das gemeinsame Projekt „Kita Lingua“ in der Kinderkrippe im Depot der Öffentlichkeit vor. Durch das Programm werden 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 Ländern – darunter viele aus der Ukraine und aus Syrien – sprachlich auf eine Ausbildung als Erzieherin oder pädagogischer Assistent vorbereitet.

Die Idee zu dem Programm hatte Dr. Christine Rubas, Leiterin des International Office der Universität Tübingen. „Ich kenne Professorinnen und Professoren, die nach Tübingen kommen und wegen fehlender Kitaplätze ihre Kinder in die Vorlesung mitnehmen müssen, weil sie sonst keine Betreuung finden“, sagte sie. Die Verzweiflung der Eltern sei groß. Auf der anderen Seite seien viele Menschen aus Syrien, der Ukraine und aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen und suchten Beschäftigung und eine Perspektive. „Wir müssen Fachkräfte nicht erst am anderen Ende der Welt anwerben – wir haben Zugewanderte mit Herz und Verstand bereits hier.“

Eine Ukrainerin berichtete von ihrem Wunsch, nicht nur als Aushilfe im Kindergarten zu arbeiten, sondern als ausgebildete Erzieherin. „Dafür muss ich mein Deutsch verbessern“, sagte sie. Eine Teilnehmerin aus Syrien hatte in Damaskus bereits ein Psychologie-Studium begonnen, aber konnte es wegen des Bürgerkriegs nicht abschließen. Nun möchte sie in Tübingen Erzieherin werden.

Manfred Niewöhner, Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, Betreuung, Jugend und Sport, bestätigte den Mangel an Erzieherinnen und Erziehern in den kommunalen Kindergärten. 70 Stellen seien derzeit unbesetzt, Öffnungszeiten müssten reduziert werden. Die Universitätsstadt Tübingen finanziere das Programm „Kita Lingua“ deshalb mit 40.000 Euro.

In zwei Kursen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Deutschunterricht, um auf ein fortgeschrittenes Niveau zu kommen. Sie erhalten außerdem interkulturelles Training und absolvieren ein Praktikum in einer Kindertagesstätte. Wenn sie Mitte Mai eine Prüfung des Schwierigkeitsgrads B2 erfolgreich abgelegt haben, können sie eine Ausbildung als Erzieherin/Erzieher oder pädagogische Assistentin oder pädagogischer Assistent anschließen und dann – so der Wunsch aller Beteiligten – in einer Tübinger Kindertagesstätte arbeiten.

Hochschulkommunikation/Tilman Wörtz

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