Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2018: Leute

Neu berufen: Juniorprofessor Dr. Andreas Dräger

Andreas Dräger. Foto: Friedhelm Albrecht
Andreas Dräger. Foto: Friedhelm Albrecht

Juniorprofessur für Computational Systems Biology of Infection and Antimicrobial-Resistant Pathogens (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Dr. Andreas Dräger (geb. 1980) ist im Mai 2018 auf die Juniorprofessur für Computational Systems Biology of Infection and Antimicrobial-Resistant Pathogens an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen worden. Er leitet bereits seit 2016 eine Juniorgruppe am Lehrstuhl „Angewandte Bioinformatik“ des Zentrums für Bioinformatik (ZBIT) der Universität Tübingen.

 

Andreas Dräger hat Bioinformatik an der Martin-Luther-Universität in Halle studiert. Während des Studiums absolvierte er Forschungspraktika am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin, am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle und an der Universität von Illinois zu Chicago (USA). Seine Doktorarbeit zum Thema „Computational Modeling of Biochemical Networks“, die er am Tübinger Lehrstuhl für Kognitive Systeme und der Keio-Universität in Yokohama (Japan) anfertigte, würdigte die Naturwissenschaftliche Fakultät mit dem Promotionspreis 2011 und einer Position als Nachwuchsgruppenleiter am ZBIT. Nach zweijährigem Forschungsaufenthalt an der Universität von Kalifornien zu San Diego (USA) kehrte er an die Universität Tübingen zurück. Hier ergänzte er das Lehrangebot mit Vorlesungen, Tutorien und Praktika um die Systembiologie.

 

Seine Forschung widmet sich der Frage, wie biologische Systeme im Computer nachgebildet und simuliert werden können. So war Andreas Dräger an einem Projekt beteiligt, das erstmals sämtliche Zell-Stoffwechselvorgänge des Menschen dreidimensional im Computer darstellt. Damit lassen sich beispielsweise Medikamentenunverträglichkeiten oder Stoffwechselerkrankungen im Detail verstehen. Nun möchte er dieses Modell des Menschen mit Modellen schwer behandelbarer Keime verbinden, um die Entstehung von Infektionen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entdecken.

 

Antje Karbe

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Neu berufen: Professor Dr. Hanno Ehrlicher

Hanno Ehrlicher. Foto: Friedhelm Albrecht
Hanno Ehrlicher. Foto: Friedhelm Albrecht

Professur für Romanische Philologie mit dem Schwerpunkt Iberoromanische Literaturen (Philosophische Fakultät)

Hanno Ehrlicher (geb. 1969) ist im April 2018 auf die Professur für Romanische Philologie mit dem Schwerpunkt Iberoromanische Literaturen an der Philosophischen Fakultät berufen worden. Er kommt von der Universität Augsburg, wo er die Professur für Romanische Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Iberoromania inne hatte und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Spanien-, Portugal- und Lateinamerikastudien (ISLA) war.

 

Hanno Ehrlicher hat an den Universitäten Würzburg und Salamanca sowie an der Freien Universität Berlin studiert, wo er in Neuerer Deutscher Literatur und Spanischer Philologie abschloss. In Berlin wurde er in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft mit einer Arbeit zu „Manifestationspraktiken und Gewaltphantasien europäischer Avantgarden“ promoviert. Er war an der Universität Heidelberg tätig, wo er sich 2008 in der Romanistik habilitierte. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Mannheim, Gießen und an der LMU München wurde er 2011 an die Universität Augsburg berufen.

 

Er erforscht unter anderem Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit, Avantgardeliteratur und den spanischsprachigen Film des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Derzeit leitet er ein DFG-Forschungsprojekt, in dem anhand von Kulturzeitschriften der spanischsprachigen Moderne die Literarischen Modernisierungsprozesse und transnationale Netzwerkbildung untersucht werden. Ihn interessiert dabei besonders der methodische Brückenschlag zwischen traditionellen Interpretationsverfahren der Literaturwissenschaft und neuen computergestützten Ansätzen der Digital Humanties wie das Topic Modeling (Algorithmen durchsuchen große Textmengen nach Gemeinsamkeiten) oder die Emotionsanalyse (Texte werden digital auf Emotionen analysiert).

Antje Karbe

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Neu berufen: Professor Dr. Ziad M. Hafed

Ziad M. Hafed. Foto: Akshay Markanday
Ziad M. Hafed. Foto: Akshay Markanday

Professur für Aktive Wahrnehmung (Medizinische Fakultät)

Ziad M. Hafed (geb. 1976) wurde im Mai 2018 auf die Professur Aktive Wahrnehmung an der Medizinischen Fakultät berufen. Er ist seit 2010 Forschungsgruppenleiter am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen. Seine Arbeitsgruppe „Physiologie des Aktiven Sehens“ erforscht dort, wie Wahrnehmung und Motorkontrolle miteinander interagieren.

 

Ziad M. Hafed studierte Ingenieurwesen an der McGill University in Montreal, Kanada und wurde dort 2003 promoviert. Er forschte an der der McGill Universität in Montreal und war von 2003 bis 2009 als „Sloan-Swartz (USA) und NSERC (Kanada) Post Doctoral Fellow“ am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien (USA) tätig.

 

Hauptgegenstand seiner Forschungen sind Augenbewegungen, insbesondere die Frage, wie diese im Gehirn auf visuelle Reize von außen abgestimmt werden. Ziad Hafed möchte die Mechanismen aufklären, durch die das Gehirn trotz der Bewegungen von Auge, Kopf und Umwelt ein stabiles Bild der Welt erzeugt ‒ erst mit dessen Hilfe sind wir in der Lage, zielorientiert zu handeln. Dazu beschäftigt er sich mit der neuralen Repräsentation des Gesichtsfeldes im Gehirn, mit der Lenkung von Aufmerksamkeit und vor allem mit der Rolle der sogenannten Mikrosakkaden: winzigen, extrem schnellen und ständig unbewusst ausgeführten Korrekturen der Blickrichtung. Ein weiteres Forschungsfeld von Ziad Hafed ist die sogenannte Blindsicht: Patienten, die durch eine Beschädigung des visuellen Kortex die bewusste Sehfähigkeit verloren haben, zeigen weiterhin aktive Augenbewegungen auf visuelle Reize hin, die unbewusst von anderen Hirnarealen kontrolliert werden.

Paul Töbelmann

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Neu berufen: Professor Dr. Eric Kemen

Eric Kemen. Foto: Friedhelm Albrecht
Eric Kemen. Foto: Friedhelm Albrecht

Professur für Mikrobielle Interaktionen im pflanzlichen Ökosystem (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Eric Kemen (geb. 1977) ist im Oktober 2017 auf die Professur für Mikrobielle Interaktionen im pflanzlichen Ökosystem an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen worden. Die Brückenprofessur wird das Interfakultäre Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT) noch stärker mit dem Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) verknüpfen.

 

Eric Kemen hat Biologie an der Universität Konstanz studiert und wurde dort 2007 im Bereich Zellbiologie und Phytopathologie promoviert. Danach erhielt er ein DFG –Forschungsstipendium (2007-2009) und forschte insgesamt bis 2012 am „The Sainsbury Laboratory“ in Norwich, Großbritannien. Seit 2012 war er als Forschungsgruppenleiter im Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln tätig.

 

In seiner Forschung interessiert er sich dafür, wie Mikroorganismen komplexe, stabile Gemeinschaften aufbauen. Ziel dieser Grundlagenforschung ist es, mikrobielle Gemeinschaften so in ihrer Zusammensetzung zu beeinflussen, dass sie sich über längere Zeit positiv auf höhere Organismen wie Pflanzen, Tiere oder Menschen auswirken. Die Entwicklung solcher sogenannten probiotischen Produkte ist beispielsweise bei Krankheitserregern wichtig, bei denen bisherige Therapien durch den massiven Einsatz von Antibiotika unwirksam wurden. Mit Hilfe stabiler mikrobieller Gemeinschaften sollen resistente Krankheitserreger künftig verdrängt oder ihre Ansiedlung verhindert werden. In Tübingen erforscht Eric Kemen die molekularen Mechanismen, die für Interaktionen mehrerer Organismen miteinander wichtig sind und damit die Strukturen mikrobieller Gemeinschaften beeinflussen.

Antje Karbe

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Neu berufen: Professorin Dr. Sigrid G. Köhler

Sigrid G. Köhler. Foto: Friedhelm Albrecht
Sigrid G. Köhler. Foto: Friedhelm Albrecht

Professur für Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts (Philosophische Fakultät)

Sigrid G. Köhler ist seit Februar 2018 Professorin für Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts an der Philosophischen Fakultät. Sie kommt von der Universität Siegen, an der sie seit 2016 eine Vertretungsprofessur am Germanistischen Seminar innehatte.

 

Sigrid G. Köhler studierte Germanistik und Romanistik an der Ruhr-Universität Bochum und der Université Libre de Bruxelles und absolvierte ein Promotionsstudium der Germanistik, Romanistik und Ethnologie an der Universität Münster. Dort wurde sie 2002 im Bereich Neuere deutsche Literatur promoviert. Sie forschte an der Yale University in New Haven (USA) und am Germanistischen Institut der Universität Münster. 2010 wurde ihr ein Dilthey Fellowship der VolkswagenStiftung verliehen, ein Format, das exzellente Forscherinnen und Forscher in der Frühphase ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützt, bevor sie 2013 die Vertretungsprofessur „Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik“ an der FernUniversität Hagen übernahm. Im Jahr 2016 war sie zudem für vier Monate als Max Kade Distinguished Visiting Professor an der University of Cincinnati in Ohio (USA) tätig.

 

Ihre Forschungsinteressen liegen unter anderem in den Bereichen kulturwissenschaftliche Materieforschung, Recht und Literatur, Post/Colonial Studies, Critical Race Theory, nationale Identitäten und Gender Studies. In ihrem Forschungsprojekt „Recht als Kulturtechnik“ erforscht sie welchen Anteil das Recht an der Formierung des modernen Menschen hat. In dem Projekt „Die transnationale Abolitionsbewegung, das populäre deutschsprachige Theater und der europäische Kommunikationsraum um 1800“ arbeitet sie auf, wie die transnationale Debatte um den Kampf gegen den Sklavenhandel in der deutschsprachigen Literatur verarbeitet wurde.

Antje Karbe

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Neu berufen: Professor Dr. You Jae Lee

You Jae Lee. Foto: Friedhelm Albrecht
You Jae Lee. Foto: Friedhelm Albrecht

Professur für Koreanistik (Philosophische Fakultät)

You Jae Lee wurde im April 2018 auf die Professur für Koreanistik an der Philosophischen Fakultät berufen. Er forschte und lehrte bereits seit 2010 als Juniorprofessor für Koreanistik an der Universität Tübingen. Seit Oktober 2016 hatte er die Vertretung der jetzigen Professur inne.

 

You Jae Lee studierte Geschichte, Koreanistik, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, an der Humboldt-Universität Berlin und an der Universität Seoul (SNU). 2009 absolvierte er ein Promotionsstudium an der Universität Erfurt, in seiner Promotion im Fach Geschichtswissenschaften widmete er sich den christlichen Missionen während der Kolonialzeit. Bevor er nach Tübingen berufen wurde, war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin und an der Universität Bonn tätig.

 

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kolonialgeschichte, die Geschichte des Kalten Krieges, Migrationsgeschichte und Alltagsgeschichte. Neuere Projekte beschäftigen sich mit Nordkoreaforschung und der Deutsch-Koreanischen Beziehungsgeschichte. In seiner Zeit als Juniorprofessor richtete Lee den internationalen Bachelor-Studiengang Koreanistik und einen Doppelmasterstudiengang mit der Seoul National University ein. Er gründete 2012 die Außenstelle „Tuebingen Center for Korean Studies at Korea University (TUCKU)“ in Seoul und ist Direktor des ebenfalls 2012 neu gegründeten King Sejong Institute Tübingen, das Kurse zur Sprache und Kultur Koreas anbietet. Zudem leitet er das Forschungsprojekt „Tübingen Global Korea Project“, das von der koreanischen Academy of Korean Studies gefördert wird. 2013 und 2014 war You Jae Lee Präsident der Vereinigung für Koreaforschung im deutschsprachigen Raum, die er mitbegründet hat.

Antje Karbe

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Neu berufen: Professor Dr. Robert Lukowski

Robert Lukowski. Foto: Friedhelm Albrecht
Robert Lukowski. Foto: Friedhelm Albrecht

Professur für Experimentelle Pharmakologie (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Robert Lukowski (geb. 1977) ist seit Mai 2018 Professor für Experimentelle Pharmakologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Er war bereits seit 2013 als Juniorprofessor am Institut für Pharmazie der Universität Tübingen tätig. In dieser Funktion koordinierte er auch das Graduiertenkolleg des Interfaculty Centre for Pharmacogenomics and Pharma Research (ICEPHA), ein Forschungsverbund mit dem Tübinger Universitätsklinikum, dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und der Robert-Bosch-Stiftung. Robert Lukowski ist Projektleiter in der Forschergruppe 2060 „cGMP signalling in cell growth and survival” und Mitorganisator der internationalen Tagungsreihe „cGMP Generators, Effectors and Therapeutic Implications”.

 

Robert Lukowski hat Biologie an den Universitäten Kiel und Tübingen studiert und wurde 2006 an der TU München am Institut für Pharmakologie und Toxikologie promoviert. Er forschte an der University of Washington in Seattle (USA) und an der TU München, bevor er 2010 als Gruppenleiter an die Universität Tübingen zurückkehrte.

 

Seine Arbeitsgruppe untersucht grundlegende zelluläre Mechanismen bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten und Krebs. Am Tiermodell wollen Robert Lukowski und sein Team aufklären, ob Signalwege, die über zellinterne Botenstoffe oder Kanalproteine laufen, vielversprechende Ansatzpunkte für neue Arzneimittel bieten könnten.

Antje Karbe

 

 

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