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Robert Burns: To a Haggis

Robert Burns ist neben Sir Walter Scott der bekannteste schottische Nationaldichter und sogar außerhalb Schottlands wird sein Geburtstag am 25. Januar mit der „Burns Night“ gefeiert. Man trifft sich, trinkt Whisky, ißt Haggis und rezitiert Burns‘ Gedichte – insbesondere natürlich das Gedicht „To a Haggis“.

Sein erster Gedichtband „Poems, chiefly in the Scottish Dialect“ erschien am 31. Juli 1786 in Kilmarnock in einer Auflage von nur 612 Stück. Eigentlich wollte Burns nach Amerika auswandern, aber das Buch war auf Anhieb erfolgreich und innerhalb eines Monats ausverkauft. Dadurch ermutigt ging Burns im gleichen Jahr nach Edinburgh, um einen Verleger für eine zweite Ausgabe zu suchen. Er fand William Creech.

Zunächst war eine Auflagenhöhe von 1500 Stück geplant. Da es aber schon vor der Veröffentlichung weit mehr als 1000 Subskribenten gab, entschieden Burns und Creech, noch weitere  Exemplare zu drucken. Die Druckformen der ersten Exemplare waren zwischenzeitlich wieder zerlegt worden, und das Buch musste neu gesetzt werden. Dabei kam es zu Satzfehlern, und der berühmteste findet sich in dem Gedicht  „To a Haggis“ auf Seite 263: statt eines „k“ wurde irrtümlich ein „t“ gesetzt, wodurch das schottische Wort „skinking“ (was wässrig bedeutet) zu „stinking“ (stinkend) wurde.

Die Edinburgh-Edition erschien am 18. April 1787. Exemplare mit dem Satzfehler, sowie alle (unauthorisierten) Ausgaben und Nachdrucke davon, werden als „The stinking editions“ bezeichnet. Das Exemplar der UB Tübingen gehört nicht dazu.

Quellen:

Burns, Robert: Poems, chiefly in the Scottish dialect. – Edinburgh, 1787. –
Signatur: Dk VII 178 a

Motherby, Robert: Taschen-Wörterbuch des schottischen Dialekts. – Königsberg, 1826. – Signatur: Ck VII 28

Burns, Robert ; Camerer, Rudi [Hrsg.] : Liebe und Freiheit. – Heidelberg, 1988. – Signatur: 28 A 14562